Du planst ein Buch für dein Business – und willst es als Erstes weggeben?
Dein Buch mit seinen Rechten wegzugeben, kann ein großer Fehler sein
Vielleicht kennst du diesen Moment. Die Buchidee ist da, das Konzept steht halb, und im Kopf läuft schon der Film – du überreichst dein Buch im Erstgespräch, schickst es an Wunschkunden, legst es jedem Angebot bei. Und dann beginnst du, Verlage zu recherchieren. Exposé schreiben, Programm prüfen, vielleicht eine Literaturagentur. So macht man das schließlich. Ein richtiges Buch hat einen richtigen Verlag.
An dieser Stelle lohnt es sich, einmal kurz innezuhalten. Denn der Film in deinem Kopf und der Verlagsvertrag, auf den du zusteuerst, passen nicht zusammen, sie schließen sich in weiten Teilen sogar aus.
Der Denkfehler: Du optimierst auf ein Etikett – gebraucht hättest du die Nutzungsrechte
Was du dir vom Verlag eigentlich versprichst, ist das Etikett „Verlagsautor“. Es fühlt sich nach Ritterschlag an, nach Seriosität, nach dem offiziellen Weg. Was du für dein Geschäft aber tatsächlich brauchst, ist etwas völlig anderes – die freie Verfügung über dein Buch.
Ein Verlagsvertrag überträgt dem Verlag in der Regel die ausschließlichen Nutzungsrechte an deinem Text. „Ausschließlich“ schließt dich selbst mit ein. Der Verlag bestimmt den Ladenpreis, entscheidet bei Titel und Cover mit und verkauft dir deine eigenen Exemplare zurück – mit Rabatt zwar, aber typischerweise nur für den Eigenbedarf. Die Verwendungen aus deinem Kopfkino werden damit der Reihe nach unmöglich oder genehmigungspflichtig. Hunderte Exemplare an Wunschkunden verschicken? Ein teurer Rückkauf deines eigenen Werks. Das Buch kostenlos über eine Landingpage anbieten, um qualifizierte Kontakte zu gewinnen? Nicht deine Entscheidung, denn der Preis gehört dem Verlag. Kapitel als Workbook oder Hörbuch weiterverwerten? Nebenrechte – die liegen meist ebenfalls beim Verlag.
Das ist kein Betriebsunfall, sondern die Logik des Modells. Ein Verlag verdient am verkauften Exemplar im Handel. Du verdienst am gewonnenen Kunden. Diese beiden Geschäftsmodelle wollen mit demselben Buch verschiedene Dinge tun – und im Verlagsvertrag setzt sich das Modell des Verlags durch.
Anders gesagt: Du wärst dabei, dein wichtigstes Marketing-Asset zu bauen und es im selben Zug jemand anderem zu übertragen. Nicht weil dich jemand austrickst, sondern weil du auf die falsche Zielgröße optimierst. Das Etikett bringt dir keine Kunden. Die Nutzung bringt dir Kunden.

Gibst du deine Buchrechte ab, ist es erheblich schwieriger, damit etwas aufzubauen.
Was passiert, wenn das Buch wirklich dir gehört
Drehen wir es um. Im Selfpublishing behältst du 100 Prozent der Rechte – und damit wird dein Buch zu dem Werkzeug, das du von Anfang an im Kopf hattest. Du verschenkst es in Stückzahlen, die du selbst festlegst, zum Druckpreis statt zum Rückkaufpreis. Du baust es in deinen Vertrieb ein, ohne jemanden zu fragen. Du setzt es als Funnel-Baustein ein, änderst den Preis, bringst eine aktualisierte Auflage, wann es geschäftlich passt. Und du bist in Monaten am Markt statt in den ein bis zwei Jahren, die der Verlagsweg realistisch kostet.
Der häufigste Einwand lautet jetzt Qualität, niemand will ein Buch, das nach Eigenbau aussieht, denn der Leser schließt vom Buch direkt auf deine Arbeit. Der Einwand ist berechtigt, nur richtet er sich nicht gegen das Modell. Lektorat, Buchsatz und Cover auf Verlagsniveau sind Dienstleistungen, die du einkaufen kannst, ohne ein einziges Recht herzugeben. Dafür gibt es Buchagenturen. Kahawa Medien arbeitet seit 2017 nach diesem Prinzip und hat über 350 Bücher begleitet, mit 0 % Rechteabgabe und 4,9 Sternen auf Google.
Einer, der es so gemacht hat
Michael Wohlfart berät Steuerkanzleien. Sein Buch „Die Steuerberater-Bibel“ hat er bewusst als Selfpublisher veröffentlicht, professionell begleitet – und dann getan, was kein Verlagsvertrag mitgemacht hätte. Er verschickte das Buch kostenlos an rund 6.000 Kanzleien aus dem eigenen CRM. Vor dem Buch gewann seine Beratung im Schnitt 6,5 Neukunden pro Monat, danach rund zehn – dazu kamen ein halbes Jahr nach Launch noch etwa 120 qualifizierte Anfragen monatlich von Steuerberatern, die das Buch haben wollten: „Ich habe komplett die Rechte am Buch. Da nimmt niemand mehr Einfluss, niemand sagt, ich kriege jetzt x Prozent der Einnahmen. Das ist mein Werk und geht mit mir nach Hause.“
Der wichtige Punkt an diesem Fall ist nicht die Zahl, sondern die Voraussetzung. Jede einzelne Maßnahme – die Verschenk-Aktion, der Versand, die freie Verteilung – funktionierte nur, weil das Buch ihm gehörte.

Rechte behalten, Freiheit genutzt, mit dem Buch zum Erfolg gekommen.
Die bessere Frage für dein Projekt
Bevor du das nächste Exposé an einen Verlag schickst, stell dir nicht die Frage „Wie werde ich Verlagsautor?“, sondern „Was will ich mit meinem Buch tun – und welches Modell erlaubt mir das?“. Schreib die geplanten Verwendungen auf, ganz konkret. Wenn auf deiner Liste verschenken, verschicken oder verteilen steht, gehört dein Buch in deine Hände, nicht in fremde.
Wenn du wissen willst, wie ein Expertenbuch entsteht, das dir vollständig gehört und trotzdem in jeder Hinsicht nach Verlag aussieht, findest du die ausführliche Entscheidungshilfe hier: Verlag oder Selfpublishing fürs Expertenbuch
Für weitere Informationen rund ums Expertenbuch kannst du dich auch zuerst auf Buchagentur.de umschauen. Dort findest du mehr zu unserer Arbeit und deinen Buchmöglichkeiten.