Lohnt sich die Fondsgebundene Rentenversicherung Alten Leipziger FR10 wirklich?
Lohnt sich: Die Fondsrente der alten Leipziger Tarif FR10?
Du möchtest für deine Altersvorsorge vorsorgen und monatlich 200 Euro in einen Kostenschlanken ETF einzahlen.
Der Berater empfiehlt den FR10 der Alten Leipziger.
Klingt erstmal solide, oder?
Genau diese Frage stellen sich aktuell viele Anleger, die ein ähnliches Angebot auf dem Tisch liegen haben: Ist das wirklich die beste Lösung oder gibt es bessere Alternativen?
Die Antwort ist komplexer, als man denkt. Denn hinter der freundlichen Fassade einer ETF Geldanlage verstecken sich oft zahlreiche Kostenblöcke, die auf den ersten Blick kaum sichtbar sind und für Leihen nachvollziehbar.
Genau das lohnt sich, einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen. Wer versteht, wie solche Verträge wirklich funktionieren, kann am Ende deutlich mehr Vermögen für sich aufbauen, ohne einen Cent mehr zu investieren.
Was steckt in dem Vertrag wirklich drin?
Bei dem betrachteten Angebot handelt es sich um eine fondsgebundene Rentenversicherung der Alten Leipziger, Tarif FR10, Baujahr 2025. Der als Anleger bist in unserem Beispiel 30 Jahre alt der Vertrag soll im September 2026 starten und läuft bis zum Rentenbeginn im Jahr 2063 klassisches Renteneintrittsalter 67. Eingezahlt werden 200 Euro monatlich in einen Aktienfonds mit dem Namen iShares Core MSCI World UCITS ETF USD.
Um ein solches Produkt seriös zu bewerten, lässt sich die Zukunft der Börse natürlich nicht vorhersagen. Was aber möglich ist: ein Blick in die Vergangenheit. Über die letzten 100 Jahre lag die durchschnittliche jährliche Rendite der weltweiten Aktienmärkte bei rund 8 Prozent. Diese Zahl dient als realistische Grundannahme für die Zukunft. Von diesen 8 Prozent müssen nun sämtliche Kosten abgezogen werden, um die tatsächlich zu erwartende Rendite zu ermitteln.

Oskar Rudolph: Geschäftsführer der Rudolph Finanzkonzepte GmbH aus Dresden
Die Kosten der Versicherung im Detail
Schaut man sich die Vertragsunterlagen unter dem Punkt Kosten genauer an, fallen mehrere Kostenarten auf, die sich gegenseitig überlagern:
| Kostenart | Höhe | Beschreibung |
|---|---|---|
| Abschluss- und Vertriebskosten (Alpha 1) | 2,5 % | Provision des Beraters, berechnet auf Bewertungssumme über 45 Jahre |
| Abschluss- und Vertriebskosten (Alpha 2) | 2 % | Fällt nach den ersten 5 Jahren an |
| Verwaltungskosten (Beta) | 8,3 % pauschal jährlich | Laufende Verwaltungsgebühr |
| Verwaltungskosten (Gamma) | 0,24 % jährlich | Wird auf wachsendes Vertragsguthaben berechnet |
Die Abschluss- und Vertriebskosten werden dabei über die volle Vertragslaufzeit von 37 Jahren berechnet, dass macht bei 200 Euro monatlich eine Bewertungssumme von 88.800 Euro, auf die die Provision draufgerechnet wird.
Die versteckten Kosten von Aktiven Fonds.
Neben den Versicherungskosten schlagen auch aktive Fonds selbst kräftig zu Buche. Die offiziell ausgewiesenen laufenden Kosten liegen häufig bei ca. 1% Prozent. Doch damit ist es nicht getan:
- Transaktionskosten: Durch den regelmäßigen Kauf und Verkauf von Wertpapieren entstehen zusätzliche Gebühren - im Schnitt etwa 0,5 Prozent pro Jahr.
- Fehlentscheidungen des Fondsmanagements: Aktiv verwaltete Fonds treffen nicht immer die richtigen Entscheidungen. Studien zeigen einen durchschnittlichen Renditeverlust von 0,7 Prozent durch verpasste Chancen oder falsche Prognosen.
- Cash-Lock-Falle: Fonds halten permanent eine Liquiditätsreserve von X Prozent. Dieses Geld arbeitet kaum, was die Rendite um weitere Prozente schmälern kann.
Was am Ende wirklich übrig bleibt

Maurice Kriegel und Oskar Rudolph von der Rudolph Finanzkonzepte GmbH
Werden alle Zahlungen, Kosten und Renditeannahmen in ein finanzmathematisches Modell eingespeist, ergibt sich ein beeindruckendes, aber auch ernüchterndes Bild. Über 37 Jahre zahlst du insgesamt 88.800 Euro ein. Durch den langen Anlagehorizont und den Zinseszinseffekt gerechnet mit 7% wächst daraus rechnerisch ein Endkapital von rund 399.400€.
Jetzt kommt die Entscheidung zwischen: Einmalauszahlung oder lebenslange Rente?
| Auszahlungsvariante | Betrag | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|
| Einmalauszahlung | ca. 399.400€ | Vor Abzug der Steuer auf Kapitalerträge |
| Monatliche Rente | ca. 1.200€ | Müsste ca. 28 Jahre lang bezogen werden, um auf den gleichen Gesamtbetrag zu kommen |
Um mit der monatlichen Rente auf denselben Gesamtwert wie bei der Einmalauszahlung zu kommen, müsstest du bis zum 95 Lebensjahr Rente beziehen statistisch eher unwahrscheinlich.
Die Einmalzahlung wirkt also auf den ersten Blick attraktiver.
Der Blick in die Black Box: Wo das Geld wirklich verschwindet
Rechnet man alle Kostenfaktoren über die komplette Laufzeit zusammen, ergibt sich folgendes Bild: Die reinen Versicherungskosten der Alten Leipziger summieren sich über 37 Jahre auf 41.300€. Die Fondskosten und die weiteren renditemindernden Faktoren wie Transaktionskosten, Fehlentscheidungen und Cash-Lock-Falle schlagen dagegen mit über 35.400€ Euro zu Buche. Insgesamt ergibt das eine Gesamtbelastung von mehr als 76.700€ über die Vertragslaufzeit.

Fazit zum Tarif der alten Leipziger FR10
Fazit: Kleine Kosten, große Wirkung
Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Analyse: Bei sehr langen Laufzeiten, wie sie bei Altersvorsorgeverträgen üblich sind, entfalten selbst kleine prozentuale Kostenunterschiede eine enorme Wirkung auf das Endergebnis. Ein Vertrag, der auf den ersten Blick harmlos wirkt, kann über 37 Jahre mehrere hunderttausend € an potenzieller Rendite kosten Geld, das stattdessen in deinem Privatvermögen stecken könnte.
Wenn du selbst einen ähnlichen Vertrag für dich abgeschlossen hast oder gerade ein Angebot vorliegen hast:
Schau genau hin, bevor du unterschreibst. Prüfe die Kostenstruktur, vergleiche Alternativen und lass dir im Zweifel von unabhängiger Seite vorrechnen, was am Ende wirklich übrig bleibt. Es lohnt sich, hier genau hinzuschauen dein Älteres Ich wird es Dir danken!
Wir können den Tarif FR10 der alten Leipziger definitiv weiterempfehlen.
Sind fondsgebundene Rentenversicherungen für Anleger grundsätzlich schlecht?
Nicht grundsätzlich, aber die Kostenstruktur entscheidet über den tatsächlichen Erfolg. Bei sehr langen Laufzeiten wirken sich selbst kleine Kostenunterschiede durch den Zinseszinseffekt extrem stark aus.
Warum sind die Abschlusskosten so hoch, wenn der Vertrag 37 Jahre läuft?
Die Abschluss- und Vertriebskosten werden meist nur über eine begrenzte Bewertungssumme berechnet, oft über maximal 45 Jahre. Trotzdem stellen sie einen erheblichen Kostenblock dar, der die Rendite über die gesamte Laufzeit schmälert.
Lohnt sich eher die Einmalauszahlung oder die monatliche Rente?
Rein rechnerisch ist die Einmalauszahlung oft attraktiver, da man für den gleichen Gegenwert bei der Rente ein sehr hohes Alter erreichen müsste. Die individuelle Entscheidung hängt aber auch von persönlichen Umständen und steuerlichen Aspekten ab.
Wie stark wirkt sich Inflation auf die Ersparnisse wirklich aus?
Schon bei einer moderaten Inflationsrate von 2 Prozent pro Jahr verliert Geld über Jahrzehnte drastisch an Kaufkraft. Ein Betrag, der nominal hoch aussieht, kann real nur noch einen Bruchteil wert sein.
Wie kann ich die Kosten meines eigenen Vertrags überprüfen?
Wichtige Kennziffern sind Abschluss- und Vertriebskosten, Verwaltungskosten, laufende Fondskosten, Transaktionskosten und die Cash-Quote des Fonds. Eine unabhängige Beratung kann helfen, alle Faktoren transparent zusammenzurechnen.