ROAS verdoppeln: Der Trick, den fast jeder im Marketing übersieht

Ein Mann erklärt, wie man den ROAS verdoppeln kann, während ein Diagramm mit steigenden Werten im Hintergrund zu sehen ist.

ROAS verdoppeln: Der Trick, den fast jeder im Marketing übersieht

Du schaltest Werbeanzeigen, gibst jeden Monat mehrere Tausend Euro aus und trotzdem tut sich nichts. Dein ROAS pendelt bei 3 oder 3,5 und du hast das Gefühl, gegen eine unsichtbare Wand zu laufen. Mehr Budget bringt nicht mehr Wachstum, sondern nur mehr Frust. Kommt dir bekannt vor?

Die gute Nachricht: Das Problem liegt oft gar nicht in deinen Anzeigen, deiner Landingpage oder deinem Verkaufsskript. Es liegt in der Art, wie du deinen ROAS überhaupt berechnest und betrachtest. Wer nur monatlich denkt, verschenkt einen riesigen Hebel, der wirtschaftlich absolut Sinn ergibt und sich sofort umsetzen lässt, ohne einen einzigen Euro mehr in Werbung zu stecken.

Was ROAS wirklich bedeutet - und wo die Grenze liegt

Der ROAS, also der Return on Advertising Spend, zeigt dir, wie viel Umsatz du für jeden investierten Euro zurückbekommst. Bei einem ROAS von 4 heißt das: Du gibst 1 Euro aus und bekommst 4 Euro zurück. Klingt erstmal gut, aber wenn du 10.000 Euro Werbebudget investierst und nur 40.000 Euro Umsatz zurückbekommst, bleibt nach Produktkosten, Personal, Steuern und allem drumherum oft kaum noch etwas übrig. Genau das ist die Falle, in der viele Unternehmer stecken.

Das Problem: Die meisten berechnen ihren ROAS rein monatlich. Was hast du diesen Monat an Werbebudget ausgegeben, was ist an Auftragsvolumen reingekommen? Diese Momentaufnahme zeigt dir aber nur einen winzigen Ausschnitt deiner wirtschaftlichen Realität.

Zwei Männer im Büro präsentieren einen Laptop, während im Hintergrund ein Marketing-Team arbeitet.

 

Die zwei Stellschrauben, die jeder kennt

Wenn du deinen ROAS verbessern willst, gibt es zwei klassische Wege:

  1. Werbebudget senken - weniger ausgeben, gleiches Ergebnis erzielen
  2. Auftragsvolumen steigern - durch bessere Klickraten, optimierte Landingpages oder ein geschliffenes Verkaufsskript

Beide Wege sind valide und werden in den meisten Marketingabteilungen auch fleißig bearbeitet. Aber sie ignorieren einen dritten, viel mächtigeren Hebel.

Der übersehene Hebel: CLV statt Monatsblick

Statt nur zu fragen "Was habe ich diesen Monat ausgegeben und bekommen?", lohnt sich ein Blick auf zwei ganz andere Kennzahlen: den CPA (Cost per Acquisition, also was dich ein neuer Kunde kostet) und den CLV (Customer Lifetime Value, also was ein Kunde über seine gesamte Zusammenarbeit mit dir wert ist).

Ein Mann erklärt in einer Präsentation das Konzept von Paid Ads zur Steigerung des ROAS.

 

Den CLV berechnest du simpel: Gesamtumsatz der letzten Jahre geteilt durch die Anzahl deiner Kunden. Das Ergebnis ist dein durchschnittlicher Kundenwert - und der verändert komplett, wie du über Werbeausgaben nachdenken solltest.

Warum Starbucks überall auf der Welt steht

Starbucks verkauft Kaffee für 4 bis 8 Euro. Klingt erstmal nach kleinen Margen. Doch der Customer Lifetime Value eines Starbucks-Kunden liegt bei rund 17.000 bis 18.000 US-Dollar. Das ist die eigentliche Erklärung dafür, warum an praktisch jeder größeren Straßenecke der Welt eine Filiale steht.

Starbucks hat verstanden: Wenn ein Kunde über seine gesamte Kundenbeziehung 18.000 Dollar wert ist, dann kann man sich erlauben, für die Neukundengewinnung deutlich mehr zu investieren als ein durchschnittliches Café. Selbst wenn diese Investition am Anfang nicht profitabel ist oder sogar über Fremdkapital finanziert werden muss. Das Geld kommt über die Zeit mit Zinsen zurück, weil der Kunde eben nicht einmal, sondern jahrelang immer wieder Kaffee kauft.

Damit das funktioniert, hat Starbucks konsequent am Kundenwert gearbeitet: Neben Kaffee gibt es Brownies, Muffins, eigene Röstereien und sogar Produkte im Supermarktregal. Jede dieser Maßnahmen erhöht den CLV - und mit jedem Euro mehr CLV kann sich das Unternehmen einen höheren CPA leisten, ohne unwirtschaftlich zu werden.

StellhebelKlassischer AnsatzCLV-Ansatz
FokusAnzeigen, CTR, LandingpageKundenwert, Produktpalette, Bestandskunden
ZeitraumMonatlichGesamter Kundenlebenszyklus
Wirkung auf ROASBegrenzt, oft nur wenige ProzentKann den erlaubten CPA vervielfachen
RisikoWerbebudget wird ineffizient verteiltAnfangsinvestition kann kurzfristig unprofitabel wirken

So nutzt du diesen Gedanken für dein eigenes Unternehmen

Der Trick liegt darin, den Blick von der Werbeanzeige weg und hin zu deiner Wertschöpfungskette zu lenken. Frag dich:

  • Wer sind meine Topkunden und was unterscheidet sie von den unzufriedenen?
  • Welche Kunden könnte ich mit einem zusätzlichen Produkt glücklich machen?
  • Gibt es ehemalige Kunden, deren Zusammenarbeit ich reaktivieren kann?
  • Wo sind Upsell- oder Cross-Sell-Potenziale in meinem bestehenden Angebot?

Jede dieser Fragen hat erstmal nichts mit Werbung zu tun. Trotzdem wirkt sich die Antwort direkt auf deinen ROAS aus, weil sie deinen CLV erhöht - und ein höherer CLV erlaubt dir einen höheren CPA, ohne dass du unprofitabel wirst.

Fazit: Denk in Kundenwert, nicht in Monatsbudget

Die wichtigste Erkenntnis ist simpel, aber wirkungsvoll: Dein ROAS ist keine reine Marketingzahl, sondern das Ergebnis deiner gesamten Wertschöpfungskette. Wenn du nur auf Klickraten und Landingpages schaust, optimierst du im besten Fall im kleinen Rahmen. Wenn du aber anfängst, deinen Customer Lifetime Value zu steigern, kannst du dir plötzlich einen deutlich höheren Preis pro Neukunde leisten und trotzdem profitabel bleiben.

Schau dir noch heute deine eigenen Zahlen an: Wie viel Umsatz hat ein durchschnittlicher Kunde bei dir über seine gesamte Laufzeit gebracht? Und was kostet dich aktuell ein neuer Kunde? Wenn zwischen diesen beiden Zahlen mehr Luft ist, als du dachtest, hast du gerade deinen nächsten Wachstumshebel gefunden.

Was ist der Unterschied zwischen ROAS und CLV?

Der ROAS misst kurzfristig, wie viel Umsatz eine Werbeanzeige im Verhältnis zum Budget bringt, während der CLV den gesamten Wert eines Kunden über die komplette Kundenbeziehung hinweg abbildet.

Wie berechne ich meinen Customer Lifetime Value?

Teile deinen Gesamtumsatz aus einem längeren Zeitraum, zum Beispiel zwei bis zehn Jahren, durch die Anzahl deiner Kunden in diesem Zeitraum - das Ergebnis ist dein durchschnittlicher CLV.

Lohnt es sich, kurzfristig unprofitabel Kunden zu gewinnen?

Ja, wenn du weißt, dass dein Customer Lifetime Value hoch genug ist, kann eine anfänglich unprofitable Neukundengewinnung langfristig sehr rentabel sein, weil sich die Investition über die Kundenbeziehung amortisiert.

Funktioniert dieses Prinzip auch für kleine Unternehmen?

Absolut, das Prinzip ist unabhängig von der Unternehmensgröße. Auch kleine Betriebe können durch Upsells, Cross-Sells und die Reaktivierung von Bestandskunden ihren CLV steigern und dadurch mehr für Neukundengewinnung investieren.

Wo fange ich am besten an, wenn ich meinen CLV erhöhen will?

Starte mit einer Analyse deiner bestehenden Kunden: Wer sind deine zufriedensten und umsatzstärksten Kunden, und welche zusätzlichen Produkte oder Dienstleistungen könnten für sie interessant sein.

Diese Webseite verwendet Cookies

Diese Webseite nutzt Cookies, um Ihnen das bestmögliche Erlebnis zu gewährleisten. Cookies helfen uns, die Webseite mit Analysen zu verbessern. Mit einem Klick auf „Zustimmen“, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einwilligung jederzeit ändern, indem Sie unter "Optionen verwalten" Ihre getroffenen Einstellungen selbst rückgängig machen. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Privatsphäre-Einstellungen

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Website und verarbeiten personenbezogene Daten von dir (z.B. IP-Adresse), um z.B. Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Medien von Drittanbietern einzubinden oder Zugriffe auf unsere Website zu analysieren.

Die Datenverarbeitung kann auch erst in Folge gesetzter Cookies stattfinden. Wir teilen diese Daten mit Dritten, die wir in den Privatsphäre-Einstellungen benennen.

Einige Services verarbeiten personenbezogene Daten in den USA. Indem du der Nutzung dieser Services zustimmst, erklärst du dich auch mit der Verarbeitung deiner Daten in den USA gemäß Art. 49 (1) lit. a DSGVO einverstanden. Die USA werden vom EuGH als ein Land mit einem unzureichenden Datenschutzniveau nach EU-Standards angesehen. Insbesondere besteht das Risiko, dass deine Daten von US-Behörden zu Kontroll- und Überwachungszwecken verarbeitet werden, unter Umständen ohne die Möglichkeit eines Rechtsbehelfs.

Du bist unter 16 Jahre alt? Dann kannst du nicht in optionale Services einwilligen. Du kannst deine Eltern oder Erziehungsberechtigten bitten, mit dir in diese Services einzuwilligen.


Ihre Einstellungen für Einwilligungen

Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre Einwilligung für die Datenverarbeitung durch Cookies zu erteilen oder zu widerrufen. Sie können Ihre Einstellungen jederzeit ändern. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.