TOEFL oder IELTS fürs USA-Studium? So triffst du die richtige Wahl
Vorbereitung auf TOEFL oder IELTS für ein Studium in den USA
Kaum eine Frage beschäftigt internationale Bewerber im Vorfeld eines US-Studiums so sehr wie diese: TOEFL oder IELTS? In Foren und sozialen Netzwerken kursieren unzählige Meinungen – die einen schwören auf den TOEFL als „typisch amerikanischen" Test, die anderen behaupten, der IELTS sei einfacher zu bestehen. Die gute Nachricht: Die Entscheidung ist weit weniger dramatisch, als sie oft dargestellt wird. Fast alle amerikanischen Universitäten akzeptieren heute beide Tests problemlos. Die eigentliche Frage lautet nicht, welcher Test bei der Uni besser ankommt – sondern welcher besser zu dir passt.
Warum US-Universitäten überhaupt einen Sprachtest verlangen
Für viele deutsche Bewerber klingt die Anforderung zunächst überraschend. Mehrere Jahre Schulenglisch, englischsprachige Serien, vielleicht sogar Auslandsaufenthalte – und trotzdem soll noch ein standardisierter Test her? Der Grund ist nachvollziehbar: Amerikanische Universitäten erhalten Bewerbungen aus aller Welt. Eine Eins in Englisch aus Deutschland lässt sich kaum mit einem Abschlusszeugnis aus Indien, Brasilien oder Südkorea vergleichen. Sprachtests schaffen eine gemeinsame, neutrale Grundlage.
Dabei geht es nicht nur um Grammatik. Universitäten möchten realistisch einschätzen, ob ein Bewerber dem akademischen Alltag auf Englisch wirklich gewachsen ist – wissenschaftliche Texte lesen, Hausarbeiten schreiben, Präsentationen halten, Diskussionen führen. Genau diese Situationen bilden TOEFL und IELTS in ihren Aufgaben ab.

Akademischer Alltag an einer US-Uni
Welche Ergebnisse werden erwartet?
Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich von Hochschule zu Hochschule. Viele Universitäten veröffentlichen auf ihren Websites Mindestwerte – doch diese sollte man nicht mit dem eigentlichen Zielwert verwechseln. Gerade an stark nachgefragten Hochschulen wie UCLA, Boston University oder Northeastern University liegen die Ergebnisse erfolgreicher Bewerber oft deutlich über dem angegebenen Minimum. Der Mindestwert ist die Untergrenze, nicht die Ziellinie.
TOEFL und IELTS im direkten Vergleich
Auf den ersten Blick wirken beide Prüfungen fast identisch: Beide testen Lesen, Hören, Schreiben und Sprechen. Beide werden von amerikanischen Universitäten anerkannt. Im Detail unterscheiden sie sich jedoch erheblich – und genau das macht es so wichtig, beide Formate vorab auszuprobieren.
Aufbau und Prüfungsformat
Der TOEFL wurde speziell für den nordamerikanischen Hochschulbereich entwickelt. Die Aufgaben orientieren sich stark an typischen Uni-Situationen: Ausschnitte aus Vorlesungen, akademische Lesetexte, schreibintensive Aufgaben. Die gesamte Prüfung findet digital statt – alle Antworten werden am Computer eingegeben oder eingesprochen. Wer strukturiert arbeitet und sich in einer klar definierten digitalen Umgebung wohlfühlt, schätzt dieses Format oft sehr.
Der IELTS setzt andere Akzente. Besonders der mündliche Teil unterscheidet sich grundlegend: Statt in ein Mikrofon zu sprechen, führen Teilnehmer ein echtes Gespräch mit einem Prüfer. Für viele wirkt das natürlicher und weniger künstlich. Wer spontan kommunizieren kann und direkte Gespräche als angenehmer empfindet, fühlt sich hier häufig wohler.
| Kriterium | TOEFL | IELTS |
|---|---|---|
| Format | Vollständig digital | Digital oder papierbasiert |
| Sprechen | Mikrofon-Aufnahme am PC | Direktes Gespräch mit Prüfer |
| Bewertung | 0–120 Punkte (4 × 30) | Band 1–9 (Teilnoten + Gesamtnote) |
| Typisch gefordert | 70–100 Punkte | 6,0–7,5 |
| Orientierung | Akademisch/nordamerikanisch | International/alltagsnäher |
Was zählt: die Persönlichkeit, nicht die Sprachkenntnisse
Interessanterweise hängt die Testwahl weniger von den Englischkenntnissen ab als von der eigenen Persönlichkeit. Wer direkte Gespräche als entspannend empfindet und spontan reagieren kann, trifft beim IELTS oft die bessere Wahl. Wer dagegen lieber konzentriert am Bildschirm arbeitet und keine zusätzliche Person im Raum haben möchte, ist beim TOEFL meist im Vorteil. Kein Test ist grundsätzlich besser – beide führen bei der richtigen Vorbereitung zu starken Ergebnissen.
Welche Universitäten akzeptieren welchen Test?
Die kurze Antwort: fast alle. Die überwiegende Mehrheit amerikanischer Universitäten – ob öffentlich oder privat – akzeptiert sowohl TOEFL als auch IELTS ohne Einschränkung. Die Testwahl selbst ist für Zulassungsstellen in der Regel irrelevant; entscheidend ist ausschließlich die Höhe des Ergebnisses.
Neben den beiden etablierten Tests hat in den letzten Jahren auch der Duolingo English Test an Bedeutung gewonnen. Viele Hochschulen erkennen ihn mittlerweile an. Trotzdem genießen TOEFL und IELTS weiterhin das größte Vertrauen – sowohl bei Universitäten als auch bei Bewerbern.
So wählst du den passenden Test
Statt wochenlang Erfahrungsberichte zu lesen oder nach dem „leichteren" Test zu suchen, lohnt sich ein pragmatischer Ansatz:
- Beide Formate ausprobieren – Kostenlose Probeaufgaben sind online verfügbar. Oft ist die Entscheidung danach klar.
- Eigene Stärken analysieren – Bist du eher der strukturierte Typ oder kommunizierst du lieber spontan und persönlich?
- Universitätsanforderungen prüfen – Recherchiere die geforderten Werte deiner Wunschhochschulen und setze dir ein realistisches Zielresultat.
- Frühzeitig vorbereiten – Mehrere Wochen oder Monate einzuplanen zahlt sich fast immer aus.
- Prüfungsstruktur trainieren – Selbst sehr gute Englischsprecher verlieren Punkte, wenn sie die Aufgabentypen nicht kennen oder die Zeit schlecht einteilen.

Internationale Bewerberin vergleicht Sprachtests an US-Universitäten
Welchen Test bevorzugen amerikanische Universitäten – TOEFL oder IELTS?
Die meisten US-Universitäten akzeptieren beide Tests gleichermaßen und haben keine offizielle Präferenz. Entscheidend ist das erzielte Ergebnis, nicht der Name des Tests auf dem Ergebnisbogen.
Wie hoch sollte mein Testergebnis sein?
Die Anforderungen variieren je nach Hochschule und Studiengang. Als grobe Orientierung gelten TOEFL-Werte zwischen 80 und 100 sowie IELTS-Werte zwischen 6,5 und 7,5 für wettbewerbsintensive Universitäten. Der veröffentlichte Mindestwert sollte dabei nur als Untergrenze verstanden werden.
Wie lange sollte ich mich auf den Test vorbereiten?
Mindestens sechs bis acht Wochen sind empfehlenswert. Wer die Prüfungsstruktur kennt und regelmäßig unter realistischen Bedingungen übt, erzielt deutlich bessere Ergebnisse als jemand, der erst kurz vor dem Prüfungstermin mit der Vorbereitung beginnt.
Kann ich den Test wiederholen, wenn ich unzufrieden bin?
Ja, beide Tests können wiederholt werden. Es lohnt sich, den Erstversuch rechtzeitig anzusetzen, sodass noch genug Zeit für einen zweiten Anlauf bleibt, bevor wichtige Bewerbungsfristen beginnen.
Gibt es Ausnahmen, bei denen kein Sprachtest erforderlich ist?
Einige Universitäten verzichten auf einen Sprachtest, wenn Bewerber mehrere Jahre an einer englischsprachigen Schule unterrichtet wurden oder ein internationales Curriculum absolviert haben. Diese Sonderregelungen sollte man direkt bei den jeweiligen Hochschulen erfragen.
Fazit
TOEFL oder IELTS – diese Entscheidung verdient eine sachliche, nicht eine emotionale Antwort. Beide Tests sind gleichwertig anerkannt, beide führen bei guter Vorbereitung zu starken Bewerbungen. Wichtiger als die Testwahl selbst ist, dass du ein Format wählst, in dem du deine tatsächlichen Englischkenntnisse optimal zeigen kannst. Probiere beide Formate aus, plane ausreichend Vorbereitungszeit ein und setze dir ein realistisches Zielresultat – dann hast du eine solide Grundlage für eine erfolgreiche Bewerbung. Am Ende zählt nicht, ob auf dem Ergebnisbogen TOEFL oder IELTS steht, sondern dass deine Sprachkenntnisse überzeugend nachgewiesen sind.
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