Vom Resident-DJ zum Headliner: Wie Jerome den Durchbruch schaffte
Jerome hat etwas geschafft, wovon viele DJs träumen. Fans, große Bühnen, Erfolg.
Followerzahlen, Klicks, Streams – das ist die neue Währung in der Musikbranche. Doch was, wenn der Weg zum Erfolg ganz anders verläuft als geplant? Star-DJ Jerome, einer der erfolgreichsten deutschen Künstler mit über 2 Millionen monatlichen Hörern auf Spotify, hat eine Geschichte zu erzählen, die zeigt: Manchmal braucht es Umwege, Rückschläge und vor allem Durchhaltevermögen, um wirklich anzukommen.
Wenn Musik im Blut liegt
Für Jerome war Musik nie eine bewusste Entscheidung – sie war einfach da. Sein Vater spielte griechische Volksmusik professionell, tourte durch Restaurants und Veranstaltungen. "Ich bin von klein auf mit zu den Auftritten meines Vaters gegangen", erinnert sich Jerome. "Das war für mich völlig normal. Man macht eben Musik."
Mit sieben Jahren gab er seine ersten Klavierkonzerte, später kamen Gitarre und Bass dazu. Mit elf, zwölf Jahren begann er, eigene Songs zu schreiben – und die waren, wie er selbst zugibt, "gar nicht so schlecht". Seine Eltern erkannten das Talent früh. Doch der Weg zum DJ-Pult sollte noch einige Kurven nehmen.
Von der Rockband zur Abiparty
Jahrelang spielte Jerome in einer siebenköpfigen Rockband. Coversonges aus den 60ern bis 90ern, Hochzeiten, Stadtfeste – die klassische Laufbahn eines jungen Musikers. Doch dann kam die Abizeit im Jahr 2000. "Wer legt auf?", fragten die Mitschüler. Die Antwort war klar: Marcel – so sein bürgerlicher Vorname – würde das übernehmen.
Er brannte CDs, lieh sich einen alten Denon-Doppel-CD-Player und legte R&B sowie Hip-Hop auf. Sechs bis acht Stunden füllte er mit Musik, 600 Leute tanzten. "Ich hatte viel weniger Aufwand als mit meiner Band", erklärt Jerome. "Keine Proben, kein Instrumentenschleppen, keiner ist krank. Und ich bekam 150 Mark dafür."
Das war der Moment, in dem ihm klar wurde: Das hier könnte mehr sein als ein Hobby.
Der Sprung in die Clubs – und die erste Selbstständigkeit
Über Abipys anderer Schulen kam Jerome in die Hamburger Clubszene. Clubbesitzer wurden auf ihn aufmerksam: "Du kannst den ganzen Abend aufbauen, Vor- und Nachprogramm spielen – willst du mal einen Probeabend machen?" Kein Geld, aber die Chance auf einen Resident-Job.
Jerome sagte zu. Bald hatte er acht Auftritte im Monat, verdiente genug für seine erste eigene Wohnung am Schlump in Hamburg. Mit 18, 19 Jahren stand er vor der Frage: Ausbildung oder Selbstständigkeit?
Seine Mutter wünschte sich etwas "Handfestes". Jerome bewarb sich als Tontechniker – 25 Bewerbungen, keine Einladung. "Oder vielleicht hat mich jemand eingeladen, aber ich war schon so drin im DJ-Dasein, dass ich es wahrscheinlich gar nicht wahrgenommen habe", lacht er heute.
Seine Mutter unterstützte ihn schließlich: "Probier es ein Jahr." Aus einem Jahr wurden 25.

Jerome ist einer der bekanntesten deutschen Künstler in der härteren elektronischen Musikwelt.
Der Wendepunkt: Von Hip-Hop zu Electronic
Fast zehn Jahre lang war Jerome reiner Hip-Hop- und R&B-DJ. Er spielte auf "Mo Black"-Partys, scratchte mit Vinyls, war "der Eminem der DJs", wie seine Freunde ihn nannten. Doch ab 2009 änderte sich etwas.
Elektronische Musik wurde salonfähig. Songs wie "For You" von den Disco Boys oder Tracks von Flo Rida und Pitbull mischten Hip-Hop mit elektronischen Sounds. Jerome begann, mehr Dance in seine Sets einzubauen. "Die Aufmerksamkeit war plötzlich auf mich gerichtet", beschreibt er. "Der minutenlange Break, dann der Snare-Wirbel zum Drop hin – und als der Bass einsetzte, wurden die Augen so groß. Auch bei mir."
Er wollte mehr. Doch als reiner Hip-Hop-DJ unter dem Namen "DJ Goul" war das schwer.
Der Glücksfall: Kontor Records und Eric Chase
Durch einen Zufall kam Jerome 2009 mit Kontor Records in Kontakt. DJ Double G, selbst Hip-Hop-DJ und internationaler Booker für Scooter, war ein großer Fan von Jeromes technischen Fähigkeiten. Als Kontor-Chef Jens Thele nach einem jungen, unbeschriebenen DJ suchte, fiel Jeromes Name.
Der Grund: Eric Chase hatte mit "Allein Allein" einen Chart-Hit gelandet – doch es gab kein Gesicht zum Projekt. Jerome sollte Eric Chase werden.
Er sagte zu. Musikvideo, Folgesingle, Auftritt bei "RTL 2 Bravo Hits" – alles war geplant. Jerome investierte in neue Klamotten, kaufte sich ein iPhone 3G. Plötzlich sprach man von 2.000 bis 4.000 Euro Gage statt 250 Euro als Resident-DJ.
Doch dann kam der Rückschlag: Rechtliche Probleme stoppten das Projekt. Alles war gecancelt. "Ich hatte alle meine Resident-Jobs für die nächsten Monate schon abgesagt", erinnert sich Jerome. "Und plötzlich war alles weg."
Die Wiedergutmachung
Kontor bot ihm eine Wiedergutmachung an: "Setz dich zu Achim Jansen ins Studio. Lern zu produzieren. Und wenn du Songs hast, hören wir sie uns an."
Ein halbes bis dreiviertel Jahr saß Jerome täglich stundenlang neben Achim Jansen, dem Produzenten hinter Jan Wayne und Eric Chase. In den Mittagspausen durfte er selbst ran. Learning by doing, mit der Maus, Trial and Error.
Bis er schließlich einen Remix ablieferte, der Kontor überzeugte. "Denk dir einen Namen aus", sagten sie. "Du kriegst jetzt einen Produzentenvertrag."
Die Geburt von "Jerome"
Erst nannte er sich "Jerome Jerkins" – zu kompliziert, zu wenig deutsch. Schließlich blieb nur: Jerome. Sein echter Vorname.
Ende 2011 kam seine erste Single "Stars" raus, im Zuge der Scooter-Tour, bei der er das Warm-up spielte. Der Song lief gut auf YouTube und iTunes. Jerome hatte seine erste Fanbase.

Seit vielen Jahren ist Jerome auf Deutschlands größten Bühnen unterwegs.
Der lange Weg vom Dienstleister zum Künstler
Doch der Durchbruch ließ auf sich warten. Bis 2017 war Jerome vor allem eins: Dienstleister mit Künstlervertrag. Er produzierte fleißig, wirkte bei Scooter-Alben mit, half bei "Gestört aber Geil" und produzierte für Hauskasper.
Er hatte Resident-Jobs im H1 in Hamburg, tourte mit der "Top of the Clubs"-Tour. Doch der große Hit, der ihn vom DJ zum Künstler machte, fehlte noch.
"Ich war immer noch Resident, aber mit einem Produzentenvertrag", fasst Jerome zusammen. "Ich glaube, das sollte einfach nicht sofort sein. Manchmal braucht es Zeit."
Fazit: Geduld, Durchhaltevermögen und Glück an der richtigen Stelle
Jeromes Geschichte zeigt: Erfolg kommt selten über Nacht. Von der Abiparty über jahrelange Resident-Jobs, einen gescheiterten Durchbruch als Eric Chase bis hin zu Jahren im Studio – der Weg war lang, steinig und voller Umwege.
Doch Jerome blieb dran. Er lernte, produzierte, netzwerkte und glaubte an seine Vision. Heute ist er einer der erfolgreichsten deutschen Hardstyle-DJs mit Millionen Hörern weltweit.

Die Geschichte von Jerome ist eindrucksvoll und bewegend zugleich.
Die wichtigste Erkenntnis: Rückschläge gehören dazu. Sie sind keine Sackgassen, sondern Umwege, die dich oft genau dahin bringen, wo du hingehörst. Unternehmen wie ClubLife Consulting setzen genau hier an, nehmen DJs und Artists auch mental mit an die Hand und unterstützen sie dabei, sich in der Masse an DJs zu behaupten und sich eine professionelle Karriere in der Musikbranche aufzubauen.
Was Jerome betrifft – er sollte nicht Eric Chase werden – er sollte Jerome sein.
Unser Tipp: Wenn du in der Musikbranche – oder einer anderen kreativen Branche – erfolgreich sein willst, dann investiere in deine Skills, bleib geduldig und vertraue darauf, dass dein Weg sich zeigt. Manchmal braucht es eben 25 Jahre statt einem.
Die ganze Geschichte mit Jerome gibt es übrigens als Video-Podcast.