Wandelwerker: So entwickelt der Egger-Standort Gifhorn seine Sicherheitskultur weiter
© Anna und Stefan Ganzke
Stagnierende Unfallzahlen trotz eines engagierten Teams, externer Berater und unterschiedlicher Maßnahmen: Was erst mit Einzelmaßnahmen scheiterte, gelang schließlich Schritt für Schritt: ein nachhaltiger Wandel zu einer gelebten Sicherheitskultur am Standort Gifhorn der EGGER Kunststoffe GmbH & Co. KG. Wie das funktionierte und warum es mehr braucht als einzelne Regeln? Die Antworten gibt es hier.
Viele Industrieunternehmen kennen die Situation: Täglich bemüht man sich um Arbeitsschutz, doch wirklich verändern will sich wenig. So auch in Gifhorn, wo ein engagiertes Team von rund 300 Mitarbeitern bei der Egger Kunststoffe GmbH & Co. KG sowohl 2021 als auch 2022 mit jeweils rund 20 meldepflichtigen Arbeitsunfällen konfrontiert war. Maßnahmen dagegen gab es in der Vergangenheit viele, externe Berater auch, aber geändert hat sich nachhaltig kaum etwas. Für die Geschäftsführung und die Fachkraft für Arbeitssicherheit wurde damit klar: Trotz allem Engagement lässt sich die Sicherheitskultur nicht durch Einzelaktionen verändern.
Damit war zwar die Notwendigkeit zur Veränderung da, doch der richtige Hebel dafür fehlte. Ein kostenloses Erstgespräch mit einer erfahrenen Beraterin der WandelWerker Consulting GmbH brachte die entscheidende Erkenntnis: Es braucht einen systematischen Kulturwandel, weg von einzelnen Maßnahmen hin zu einer ganzheitlichen Sicherheitskultur-Strategie. „Man kann einen Kulturwandel nicht anordnen, er muss entstehen. Deshalb braucht es einen ganzheitlichen Ansatz und nicht nur eine Einzelmaßnahme“, sagt Stefan Ganzke, Geschäftsführer der WandelWerker Consulting GmbH. Was folgte, war der gemeinsame Beschluss, das Thema Arbeitsschutz neu zu denken. Nicht mit noch mehr Regeln, sondern mit einer systemischen Organisationsentwicklung am Standort.
Von der Analyse zum tragfähigen Fahrplan: Was die Zusammenarbeit mit der WandelWerker Consulting GmbH bewirkte
Der Startschuss fiel mit einer umfassenden Analyse und einem Strategieworkshop mit Management, Führungskräften, Betriebsrat und der Fachkraft für Arbeitssicherheit. Bereits die ersten Gespräche waren geprägt von gegenseitiger Offenheit und der Erkenntnis, dass einige Maßnahmen aus der Vergangenheit gut waren, allerdings auch noch viel zu tun ist. Mit gezielten Impulsen, Methodenkompetenz und der Fähigkeit, aus einzelnen Puzzleteilen einen klaren Fahrplan zu entwickeln, schuf die WandelWerker Consulting GmbH gemeinsam mit der EGGER Kunststoffe GmbH & Co. KG den nötigen Rahmen für echte Veränderung: Mit der Entwicklung einer auf drei Jahre angelegten, maßgeschneiderten Sicherheitskultur-Strategie begann der Wandel hin zu mehr gelebter Arbeitssicherheit.

Der Rückgang der Arbeitsunfälle ist das Ergebnis von vielen Maßnahmen, die Egger in den letzten zwei Jahren mit Wandelwerker umgesetzt hat.
Klar definierte Handlungsfelder von Einstellung und Befähigung von Management, Führungskräften und Mitarbeitenden über Organisation und Kommunikation bis zum verhaltensbasierten Arbeitsschutz sorgen für eine verbindliche Fahrtrichtung: Seit den ersten Trainings hat sich bereits viel verändert. So fördern Führungskräfte, Betriebsrat und Sicherheitsbeauftragte zum Beispiel stärker den offenen Umgang mit Arbeits- und Beinaheunfällen. Es gilt der Anspruch, aus Fehlern lernen zu wollen. Organisatorisch hat sich in der Zusammenarbeit beispielsweise der Arbeitsschutzausschuss zu einem interaktiven Format entwickelt, in dem gemeinsam an Maßnahmen und Entscheidungen gearbeitet wird. Das neu implementierte Kulturgremium „safety@Egger” sorgt für ein hohes Maß an Beteiligung der Mitarbeiter bei der Entwicklung von Maßnahmen, was zu einer höheren Akzeptanz führt. In der Kommunikation wird heute nicht mehr nur auf Arbeitsunfälle geschaut, sondern auch auf die Entwicklung von sicheren Aktivitäten und Prävention. Hierfür werden die Shopfloor-Warm-Ups und das neu geschaffene Safety Board genutzt.
Durch die Einführung von verhaltensbasierten Maßnahmen, wie beispielsweise das Sicherheitskurzgespräch oder die 360° Begehungen, findet heute ein wirksamer Dialog zum Arbeitsschutz statt. Die Mitarbeiter spüren, dass es dem Unternehmen nicht nur um die Kennzahl geht, sondern um die Sicherheit jedes Einzelnen. Hierfür sorgen unter anderem Gespräche mit systemischen Fragestellungen und das ehrliche Interesse an den Ursachen von Ereignissen.
Neu war auch die Steuerung: Mit der Safety Prevention Rate etablierte die WandelWerker Consulting GmbH ein Frühwarnsystem, das den Fokus auf sichere Aktivitäten lenkt, die jede Führungskraft und jeder Mitarbeiter persönlich beeinflussen kann. Dieses Frühwarnsystem versetzt Egger in die Lage, bereits frühzeitig einen Rückgang an sicheren Aktivitäten zu erkennen, um Ursachen zu erkennen und Maßnahmen einzuleiten.

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle sank bei der EGGER Kunststoffe GmbH & Co. KG von 20 auf nur noch 4 im Jahr 2025
Fazit: Neue Sicherheit, neues Wir-Gefühl
Was damals nicht gelang, wurde durch die Zusammenarbeit mit der WandelWerker Consulting GmbH Wirklichkeit: Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle sank von 20 auf nur noch 4 im Jahr 2025. „Der Rückgang der Arbeitsunfälle ist das Ergebnis von vielen Maßnahmen, die Egger in den letzten zwei Jahren mit Wandelwerker umgesetzt hat. Der Spirit im Kontext Arbeitssicherheit ist spürbar ein anderer geworden, ein Erfolg für alle Beteiligten im Unternehmen“, berichtet Stefan Ganzke. Dabei ist allen Beteiligten eines klar geworden: Kulturwandel ist kein Sprint, sondern ein langfristiger Prozess, der immer weitergeht. So zeigen auch die Erfahrungen von Egger Gifhorn, dass echte Sicherheitskultur kein Zufallsprodukt ist und sich nicht durch einzelne Maßnahmen schaffen lässt. Vielmehr braucht es ein System, Geduld und ein gemeinsames Verständnis dafür, dass viele kleine Teile ein großes Ganzes ergeben müssen.
Sie wollen eine echte Sicherheitskultur in Ihrem Unternehmen schaffen? Dann melden Sie sich jetzt bei Stefan Ganzke von der WandelWerker Consulting GmbH!