Website nicht DSGVO-konform: Was Sie jetzt wirklich wissen müssen

Grafik zur DSGVO-Konformität mit dem Text 'DSGVO-konform was tun?' und Person.

Website nicht DSGVO-konform, was tun?

Wie Sie mit einer Abmahnung ruhig umgehen – und wie Sie das Risiko von Anfang an klein halten

Ein Abmahnschreiben im Briefkasten löst bei den meisten Geschäftsführern erstmal Panik aus – hohe Forderungen, unklare Formulierungen, die Sorge, etwas Schlimmes falsch gemacht zu haben. Die gute Nachricht vorweg: Nicht jede Abmahnung ist berechtigt, und selbst bei echten Verstößen lässt sich meist ruhig und überlegt reagieren, statt überstürzt zu handeln.

Website nicht DSGVO-konform: Was Sie jetzt wirklich wissen müssen

Fehlt das Wissen über den Unterschied zwischen berechtigten Abmahnungen und Massenabmahnungen, entsteht unnötige Angst – und manchmal werden dadurch überstürzte, teure Entscheidungen getroffen.

Fehlt ein technisches Verständnis der häufigsten Fehlerquellen, bleibt eine Website dauerhaft angreifbar, selbst nach einer ersten Abmahnung.

Dieser Artikel ordnet beides ein: was im akuten Fall zu tun ist, und wie sich das Risiko einer Abmahnung von vornherein deutlich reduzieren lässt.

Hinweis vorab: Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Bei einer konkreten Abmahnung sollten Sie sich an einen Fachanwalt für IT-Recht oder Wettbewerbsrecht wenden.

1. Akut-Hilfe: Was tun, wenn ein Abmahnschreiben im Briefkasten liegt?

Der wichtigste erste Schritt: Ruhe bewahren. Weder sofort zahlen noch überstürzt eine beigefügte Unterlassungserklärung unterschreiben – viele dieser Erklärungen sind bewusst weiter gefasst, als es der eigentliche Verstoß erfordern würde.

Fett gedruckt, weil's der Kern ist: Eine unüberlegt unterschriebene Unterlassungserklärung kann Sie über den eigentlichen Anlass hinaus dauerhaft rechtlich binden.

Praxis-Test: Prüfen Sie zuerst die genannte Frist – die meisten seriösen wie unseriösen Abmahnungen setzen eine Reaktionsfrist von einigen Tagen bis wenigen Wochen. Diese Zeit reicht in der Regel aus, um sich fachkundig beraten zu lassen, bevor irgendetwas unterschrieben wird.

Übersicht über DSGVO-Fallen und Maßnahmen zur rechtssicheren Website

Visuelle Aufstellung, wie man DSGVO gesichert ist

Berechtigte Abmahnung vs. Massenabmahnung: In den vergangenen Jahren kam es tatsächlich zu einer Welle von Massenabmahnungen, unter anderem im Zusammenhang mit der Einbindung von Google Fonts über externe Server. Nicht jede dieser Abmahnungen stammt von seriösen Absendern – manche folgen erkennbaren Mustern automatisierter Massenverfahren. Das bedeutet nicht, dass sie ignoriert werden sollten, aber es lohnt sich, die Berechtigung fachkundig prüfen zu lassen, statt vorschnell zu reagieren.

2. Die häufigsten DSGVO-Fallen auf KMU-Websites

Die meisten Verstöße entstehen nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil technische Standardeinstellungen nie bewusst überprüft wurden.

FallstrickWorum es geht
Google Fonts & externe SkripteWerden Schriftarten direkt von externen Servern geladen, wird dabei ohne vorherige Einwilligung die IP-Adresse des Besuchers übertragen
Fehlerhafte Cookie-BannerManche Banner sind reine Optik – im Hintergrund werden bereits Daten geladen, bevor der Nutzer überhaupt zugestimmt hat
Kontaktformulare & NewsletterFehlende Verschlüsselung, fehlendes Checkbox-Opt-In oder fehlendes Double-Opt-In beim Newsletter-Versand
Tracking & AnalyticsTools wie Google Analytics oder der Meta-Pixel werden häufig ohne ausreichende Anonymisierung oder Einwilligung eingesetzt
Veraltetes Impressum / DatenschutzerklärungVerweise auf überholte Paragrafen oder fehlende Angaben zu tatsächlich genutzten Tools

Wichtig zu verstehen: Die meisten dieser Fehler sind einzeln betrachtet unauffällig – sie fallen erst auf, wenn jemand gezielt danach sucht. Genau das machen automatisierte Prüfungen und spezialisierte Kanzleien mittlerweile in großem Umfang.

3. Wer haftet eigentlich – Agentur oder Betreiber?

Ein häufiges Missverständnis: Wurde die Website von einer Agentur gebaut, hafte automatisch die Agentur bei einem DSGVO-Verstoß. Rechtlich haftet grundsätzlich der Betreiber der Website gegenüber Dritten, unabhängig davon, wer die Seite technisch umgesetzt hat.

Eine Agentur haftet in der Regel nur dann mit, wenn Rechtssicherheit vertraglich ausdrücklich zugesichert wurde. Umso wichtiger ist es, bei der Beauftragung einer neuen Website konkret zu klären, welche datenschutzrechtlichen Standards eingehalten und wie sie im Vertrag festgehalten werden.

Checkliste: So wird Ihre Website in 3 Schritten rechtssicherer

  1. Technisches Cookie- und Script-Audit durchführen – etwa über den Network-Tab im Browser prüfen, welche externen Verbindungen beim Seitenaufruf tatsächlich geladen werden.
  2. Echtes Consent-Management-Tool einsetzen – Lösungen wie Usercentrics, Borlabs Cookie oder Cookiebot sorgen dafür, dass Daten erst nach tatsächlicher Einwilligung geladen werden, nicht nur optisch ein Banner angezeigt wird.
  3. Rechtstexte professionell einbinden – automatisiert gepflegte Vorlagen, etwa von eRecht24 oder der IT-Recht Kanzlei, halten Impressum und Datenschutzerklärung aktuell, statt sie einmalig zu erstellen und zu vergessen.

Häufige Fragen

Muss ich bei einer Abmahnung sofort zahlen, um weiteren Ärger zu vermeiden? Nein. Prüfen Sie zunächst die Berechtigung, idealerweise mit fachkundiger Unterstützung, bevor irgendeine Zahlung oder Unterschrift erfolgt.

Reicht ein Cookie-Banner allein aus, um rechtssicher zu sein? Nicht automatisch – entscheidend ist, dass technisch tatsächlich erst nach Einwilligung Daten geladen werden, nicht nur die optische Gestaltung des Banners.

Ist meine Website automatisch sicher, wenn eine Agentur sie gebaut hat? Nicht zwangsläufig – die Haftung liegt in der Regel beim Betreiber, es sei denn, Rechtssicherheit wurde vertraglich ausdrücklich zugesichert.

Wie oft sollte eine Website auf DSGVO-Konformität geprüft werden? Regelmäßig, besonders nach technischen Änderungen oder der Einbindung neuer Tools – Standards und eingesetzte Werkzeuge verändern sich stetig.

Sie möchten wissen, ob Ihre Website datenschutzrechtlich auf einem sicheren Stand ist?

Kontaktieren Sie Eckert Digital direkt und schildern Sie Ihr Anliegen.

[Kontaktformular – vorausgefüllter Betreff: "Ich möchte meine Website auf DSGVO-Konformität prüfen lassen."]

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

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