Knossi und der Fanblast-Skandal: So sollten die Betroffenen auf den Shitstorm reagieren
Was können die Betroffenen noch tun?
Stell dir vor, du zahlst Geld, um mit deinem Lieblings-Influencer zu chatten – und merkst erst Monate später, dass du die ganze Zeit mit einem Bot oder einer fremden Person geschrieben hast. Genau das ist Tausenden Menschen mit der Plattform Fanblast passiert. Der Skandal zieht mittlerweile immer weitere Kreise und könnte nicht nur für die Firma, sondern auch für prominente Gesichter wie Knossi richtig teuer werden – im schlimmsten Fall mit Gefängnisstrafen für einzelne Beteiligte.
Das perfide Geschäftsmodell hinter Fanblast
Fanblast verkaufte seinen Nutzern den Traum von privatem, persönlichem Kontakt zu bekannten Influencerinnen. Über WhatsApp-Nummern sollten Fans direkt mit Stars wie „Gwendolin" oder „Alexis" chatten können. Klingt erstmal verlockend – das Problem: Die Chats waren eine Täuschung. Statt echter Nachrichten erhielten die Nutzer automatisierte oder von geschultem Personal verfasste Antworten. Sogar Sprachnachrichten wurden vorproduziert, um den Eindruck zu erwecken, die Influencerin würde gerade live antworten.
Intime Fotos für fünfstellige Summen
Das System ging noch weiter: In den Chats wurde gezielt emotionale Nähe aufgebaut. Die vermeintlichen Influencerinnen boten intime Fotos an – gegen teures Geld, teilweise im fünfstelligen Bereich. Nutzer dachten, sie würden eine persönliche Beziehung aufbauen, dabei saßen sie einer professionell organisierten Maschine auf. Experten vergleichen die Masche mit Plattformen wie OnlyFans – nur ohne jede Transparenz. Andere erinnern sich an den „Tinder Swindler": die gleiche Taktik, nur digital perfektioniert.

Fanblast wirbt mit dem "direkten Draht"
Virale Enthüllung und massive Empörung
Die Bombe platzte, als der YouTuber Rob Bubble ein Video über die „perfekte Abzockmaschine" veröffentlichte. Über 1,3 Millionen Mal wurde es aufgerufen. Rob deckte auf, wie systematisch Fanblast vorging: geschultes Personal, detaillierte Anleitungen zum Betrug, industrielle Skalierung. Was einst vielleicht als cleveres Geschäftsmodell begann, entpuppte sich als organisierter Betrug im großen Stil.
Knossi im Skandal und die Frage der Verantwortung
Mittendrin: Knossi, einer der bekanntesten deutschen Streamer. Er war nicht nur Werbepartner, sondern auch Teilhaber von Fanblast. Aktuell hält seine Holding noch rund 2,6 % der Firmenanteile, nachdem er 2024 einen Großteil abgegeben hatte. Seine Verteidigung: Er sei nicht operativ eingebunden gewesen und habe von den betrügerischen Praktiken nichts gewusst.
Warum „Nichtwissen" keine Ausrede ist
Als erfahrener Unternehmer hätte Knossi erkennen müssen, dass bei Tausenden parallelen Chats kein echter persönlicher Kontakt möglich ist. Wer die Augen vor offensichtlichen Warnsignalen verschließt und trotzdem weitermacht, kann strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits – nicht nur gegen die Geschäftsführung, sondern auch gegen die beteiligten Influencerinnen und möglicherweise gegen Gesellschafter.

Das Video von Rob Bubble erreicht Millionen Zuschauer
Weitere prominente Namen im Spiel
Neben Knossi sind auch andere namhafte Unternehmen involviert: OMR, Universal Music und die Gründer von Flixbus sollen Anteile an Fanblast halten. Für sie alle wird die Luft dünn. Angesichts massiver Rückforderungen von Betrogenen und der laufenden Ermittlungen droht ein Totalverlust. Ich rate dringend zu schnellem Handeln: Anteile abstoßen, öffentlich Distanz schaffen, eventuell sogar Wiedergutmachungsaktionen starten.
Strafrechtliche Konsequenzen: Bis zu zehn Jahre Haft
Was viele unterschätzen: Hier geht es nicht um Kavaliersdelikte. Experten sprechen von schwerem Betrug, der mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet werden kann – weit mehr als nur Geldstrafen. Die Influencerinnen, die mit ihrem Namen und Gesicht für die Kampagne warben, haften eventuell persönlich. Sie wussten, dass die Chats nicht von ihnen selbst geführt wurden. Damit haben sie ihre Fans aktiv getäuscht.
Was droht den Beteiligten?
- Influencerinnen: Geld- oder Gefängnisstrafen, massiver Reputationsverlust
- Gesellschafter wie Knossi: Strafrechtliche Ermittlungen wegen Beihilfe oder bedingtem Vorsatz
- Geschäftsführung: Volle strafrechtliche Verantwortung, mögliche Haftstrafen
- Firma Fanblast: Drohende Insolvenz, Rückforderungen in Millionenhöhe
Moderne Verschleierungstaktiken verschärfen die Lage
Um die Empörung einzudämmen, setzte Fanblast auf KI-gestützte Moderation: Negative Kommentare wurden automatisch gefiltert, kritische Diskussionen unterdrückt. Doch in Zeiten viraler Videos und aktiver Communities funktioniert diese Strategie nicht mehr. Im Gegenteil: Das Verschleiern heizt die öffentliche Wut nur weiter an.
Was jetzt passieren muss
Für Knossi und die anderen Beteiligten gibt es nur einen Weg: Transparenz und schnelles Handeln. Das bedeutet konkret:
- Öffentlich Abstand von Fanblast nehmen
- Alle verbliebenen Anteile abstoßen, notfalls für symbolische Beträge
- Professionellen Rechts- und PR-Beistand einschalten
- Eventuell Spenden an Organisationen, die Betrugsopfer im Netz unterstützen
- Proaktiv kommunizieren, statt abzutauchen
Wer jetzt schweigt oder abwartet, riskiert nicht nur finanziellen Totalverlust, sondern auch irreparablen Image-Schaden.
Fazit: Eine Warnung für die gesamte Influencer-Branche
Der Fanblast-Skandal ist mehr als nur ein Einzelfall. Er zeigt, wie schnell lukrative digitale Geschäftsmodelle in die Grauzone kippen können – besonders, wenn sie auf Vertrauen, Nähe und emotionaler Bindung basieren. Ob Knossi, die Influencerinnen oder die Investoren: Alle Beteiligten hätten genauer hinsehen müssen. „Nichtwissen" schützt nicht vor Strafe, wenn die Warnsignale so offensichtlich sind.
Für dich als Nutzer heißt das: Sei kritisch, wenn dir jemand exklusive Nähe zu Stars verspricht. Wenn etwas zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es das meistens auch. Und für alle, die in der Digital- und Influencer-Branche aktiv sind, gilt: Verantwortung endet nicht bei der eigenen Reichweite – sie fängt dort erst richtig an.