PHP-Sicherheitslücken: So schützt du jetzt deine Webseite
PHP-Sicherheitslücke: Warum Website-Betreiber jetzt handeln sollten.
Stell dir vor, selbst die Universität Freiburg nimmt vorsorglich Webseiten und Dienste vom Netz. Auch Wikimedia, die Organisation hinter Wikipedia, hat einige technische Dienste vorübergehend abgeschaltet. Wenn solche Schwergewichte die Reißleine ziehen, lohnt sich ein genauer Blick. Der Grund: Zwei kritische Sicherheitslücken in PHP sorgen weltweit für Aufregung.
Wenn du eine eigene Webseite betreibst, solltest du deshalb jetzt kurz aufpassen. In diesem Artikel erfährst du, was hinter den Lücken steckt, ob du betroffen sein könntest und welche Schritte jetzt sinnvoll sind und welche du lieber lassen solltest.
Was ist passiert?
Das Problem steckt in PHP
Betroffen ist PHP, eine Programmiersprache, die auf sehr vielen Webservern läuft. Auch bekannte Content-Management-Systeme wie WordPress und Joomla sowie viele Onlineshops basieren auf PHP. Für die beiden Lücken wurde ein Schweregrad von 9,2 von 10 Punkten vergeben. Das ordnet sie klar als kritisch ein.

Kritische PHP-Sicherheitslücken können Unternehmenswebsites gefährden.
Warum ist das so gefährlich?
Unter bestimmten Voraussetzungen könnten Angreifer die Lücken ausnutzen, um Schadcode auf dem Webserver auszuführen. Im Zweifel müssen sie sich dafür nicht einmal am System anmelden. Im schlimmsten Fall werden Webseiten manipuliert oder Daten gestohlen.
Das heißt nicht, dass jede Webseite bereits gehackt wurde. Doch die Gefahr ist real genug, dass große Betreiber einzelne Dienste lieber abschalten, bis die Sicherheitsupdates installiert sind.
Bin ich betroffen und was tue ich jetzt?
Wichtig: Die Lücke liegt nicht in WordPress
Nutzt du WordPress, solltest du die Lage zumindest prüfen. Das Problem steckt nämlich nicht in WordPress selbst, sondern in PHP, das im Hintergrund läuft. Entscheidend ist, welche PHP-Version dein Server verwendet und ob die nötigen Sicherheitsupdates eingespielt sind.
Wer ist für die Updates zuständig?
Bei den meisten Websites übernimmt der Hosting-Anbieter die technischen Sicherheitsupdates. Allerdings kann es je nach Anbieter notwendig sein, selbst eine Aktualisierung anzustoßen. Wer einen eigenen Server betreibt, ist selbst für die Updates verantwortlich.
Wenn du dir unsicher bist, solltest du bei deinem Hosting-Anbieter oder deiner betreuenden Webdesign-Agentur nachfragen, ob deine Website bereits geschützt ist.
Was solltest du jetzt tun?
- Hoster ermitteln: Finde heraus, wo deine Webseite gehostet wird und frage nach, ob deine Website von den aktuellen PHP-Sicherheitslücken betroffen ist.
- Nachfragen: Lass dir bestätigen, ob die notwendigen Updates bereits installiert wurden.
- Webdesigner einbeziehen: Wird deine Website von einer Agentur betreut, sprich sie direkt drauf an.
- Eigener Server: Stelle sicher, dass dein Administrator die erforderlichen Updates zeitnah durchführt.
- Backup prüfen: Kontrolliere, ob ein aktuelles Backup deiner Website vorhanden ist.
Finger weg von Experimenten
Auch wenn du jetzt möglichst schnell handeln möchtest: Stell nicht einfach auf eigene Faust deine PHP-Version um. Ein unvorbereiteter Wechsel kann dazu führen, dass deine Website plötzlich nicht mehr funktioniert. Überlass die Aktualisierung im Zweifel lieber einem Fachmann.
Fazit
Die aktuellen PHP-Sicherheitslücken zeigen, wie schnell selbst große Websites zum Sicherheitsrisiko werden können. Was heute noch problemlos funktioniert, kann morgen bereits gefährdet sein.
Panik ist deshalb nicht angebracht, die Warnung ignorieren solltest du aber auch nicht. Entscheidend ist, dass die notwendigen Sicherheitsupdates installiert werden und du weißt, wer sich um die technische Sicherheit deiner Website kümmert.
Ist meine WordPress-Seite automatisch gehackt worden?
Nein. Die Lücken bedeuten ein erhöhtes Risiko, aber keine automatische Kompromittierung. Deshalb ist es wichtig, dass die Updates zeitnah installiert werden.
Reicht es, WordPress und Plugins zu aktualisieren?
Nein. Die Schwachstelle liegt in PHP auf dem Server, nicht in WordPress oder seinen Plugins. Das PHP-Update muss auf Serverebene erfolgen.
Muss ich mich bei Shared Hosting selbst um PHP kümmern?
Bei normalen Webhosting-Paketen stellt der Hosting-Anbieter in der Regel die PHP-Sicherheitsupdates bereit. Je nach Anbieter musst du allerdings selbst eine neue PHP-Version auswählen. Frag deshalb nach, ob deine Website bereits abgesichert ist.
Soll ich die PHP-Version selbst umstellen?
Nur, wenn du genau weißt, was du tust. Ein falscher Wechsel kann deine Webseite lahmlegen. Im Zweifel frag deinen Hoster, Administrator oder einen Spezialisten.