Techpilot Erfahrungen und Spanflug im Vergleich für Zerspaner

Techpilot Spanflug Vergleich: Mann vor einer CNC-Maschine neben der Überschrift „Techpilot vs. Spanflug für CNC“.

Techpilot Erfahrungen und Spanflug im Vergleich für Zerspaner

Wer als CNC-Betrieb ohne klares Ziel in Techpilot oder Spanflug investiert, verliert nach Einschätzung von Peer Schulze vor allem eines: Zeit und Geld. Die Techpilot Erfahrungen und Spanflug Erfahrungen, die er aus der Praxis schildert, zeigen ein wiederkehrendes Muster. Betriebe melden sich auf Auftragsportalen an, kalkulieren viele Anfragen und erhalten kaum Rückmeldung, weil am Ende oft der günstigste Anbieter den Zuschlag bekommt.

Ob sich Techpilot oder Spanflug lohnt, hängt laut Schulze nicht von der Plattform allein ab, sondern davon, ob Ziel, Zielkunden und Leistungsspektrum des eigenen Betriebs vorher geklärt sind. Beide Plattformen haben ihre Stärken, sind aber nicht für jeden Betrieb geeignet. Vor jeder Investition sollten Zielkunden, Margen und Wettbewerb analysiert werden, erst danach lässt sich entscheiden, welcher Vertriebsweg am meisten Sinn ergibt.

Warum blindes Investieren in Auftragsportale schadet

Das erste und nach Ansicht von Schulze größte Problem ist die Orientierungslosigkeit beim Einstieg in Auftragsportale für die CNC-Fertigung. Viele Betriebe wissen nicht genau, was sie ausmacht. Sie fragen sich nicht, wofür sie eine Plattform nutzen wollen, wofür diese Plattform überhaupt gedacht ist und ob sie zum eigenen Leistungsspektrum passt. Ebenso bleibt oft offen, ob auf der Plattform überhaupt das Klientel vertreten ist, das der Betrieb erreichen möchte.

Offenes Notizbuch und Laptop auf einem Werkstatt-Schreibtisch vor einer CNC-Fertigungshalle, passend zum Techpilot Spanflug Vergleich

Ohne klare Vertriebsstrategie führen Auftragsportale häufig zu hohem Aufwand und wenigen passenden Aufträgen.

Stattdessen lassen sich viele Betriebe nach seiner Beobachtung von Vertriebsmitarbeitern der Plattformen anrufen und überzeugen, ohne sich vorher hinzusetzen und zu prüfen, ob das wirklich die effizienteste Vertriebsstrategie ist. Das Ergebnis ist eine Investition ohne Plan. Es fehlt die Antwort auf drei grundlegende Fragen:

  • Wie sollen über die Plattform Kunden akquiriert werden?
  • Welche Kunden sollen über die Plattform gewonnen werden?
  • Wie geht es weiter, wenn ein Kunde über die Plattform gewonnen wurde?

Wer diese Fragen nicht beantwortet hat, investiert nach Darstellung von Schulze blind. Die Plattform wird dann nicht als gezielter Baustein der Kundenakquise genutzt, sondern als Hoffnungsträger, der die Auftragslage verbessern soll, ohne dass klar ist, wie.

Wie Zeit und Geld auf Plattformen verloren gehen

Aus der fehlenden Planung entsteht das nächste Problem: Zeit- und Geldverschwendung. Schulze beschreibt den typischen Ablauf so: Ein Betrieb geht auf die Plattform, sieht sich die Anfragen an, bietet an und kalkuliert. Allein das Heraussuchen der Preise und das Versenden der Angebote verursacht viel Aufwand. Danach kommt häufig kein Feedback, keine Rückmeldung.

Der Grund liegt aus seiner Sicht darin, dass sich Kunden auf diesen Plattformen oft einfach den günstigsten Anbieter suchen. Selbst wer unterdurchschnittlich kalkuliert und so knapp rechnet, dass kaum noch etwas verdient wird, hat damit noch keine Sicherheit, den Auftrag zu bekommen.

Techpilot und Spanflug im Vergleich: CNC-Drehmaschine in einer Werkstatt mit fertigen Metallteilen auf dem Arbeitstisch

Der starke Preiswettbewerb auf Fertigungsplattformen setzt besonders Qualitätsbetriebe aus der DACH-Region unter Druck.

Preiskampf mit Anbietern aus der Türkei und Osteuropa

Auf Auftragsplattformen für die Lohnfertigung konkurrieren deutsche Betriebe laut Schulze meist mit Anbietern aus der Türkei und aus Osteuropa. Gegen diese Preise anzukommen, ist für einen Qualitätsbetrieb aus der DACH-Region nach seiner Einschätzung kaum möglich. Selbst eine sehr knappe Kalkulation reicht dann oft nicht aus.

Einkäufer ohne technisches Wissen

Hinzu kommt das Klientel auf den Plattformen. Nach Beobachtung von Schulze achten diese Käufer oft nicht auf Qualität und haben als Einkäufer häufig kein technisches Wissen. Entschieden wird dann nach zwei Kriterien:

  • der günstigste Preis
  • die schnellste Lieferzeit

Für einen Betrieb, der sich über Qualität definiert, ist das ein strukturelles Problem. Seine Stärken spielen in dieser Entscheidung kaum eine Rolle.

Die Folge: Die Zeit für Anfragen und Kalkulationen ist verloren. Nach Ansicht von Schulze sollte diese wertvolle Zeit eigentlich in Kunden fließen, die einen echten Partner und eine echte Verbindung suchen und größere Aufträge zu vergeben haben.

Falsche Erwartungen: Wie die Negativspirale entsteht

Schulze erlebt häufig, dass Geschäftsführer und Inhaber nach einiger Zeit frustriert sind. Sie sind mit einer falschen Erwartungshaltung an die Plattform herangegangen und hatten gehofft, kurzfristig neue Aufträge zu gewinnen und gutes Geschäft zu machen. Nach kurzer Zeit merken sie, dass sie vor allem Zeit verschwenden.

Daraus entwickelt sich eine Kette von Reaktionen:

  1. Die Plattform wird als nutzlos abgestempelt.
  2. Es entsteht das Gefühl, dass Vertrieb insgesamt nichts mehr bringt.
  3. Die Überzeugung wächst, dass ohnehin niemand mehr kaufen will.
  4. Betriebe ziehen sich weiter zurück und verlieren noch mehr Hoffnung.

Diese Negativspirale ist laut Schulze allein dadurch verursacht, dass am Anfang in etwas investiert wurde, das nicht zum Betrieb passt und das eigentliche Problem nicht löst. Das eigentliche Ziel wird so nicht erreicht, weil vorher nicht geklärt wurde, was in der jeweiligen Situation am meisten Sinn ergibt.

Als Ursache nennt er zwei Haltungen: die Angst vor der falschen Entscheidung und die fehlende Bereitschaft, sich vor einer Entscheidung hinzusetzen und sie gründlich vorzubereiten. Dazu kommt der Wunsch nach einer Art Wunderpille, nach der plötzlich das ganze Haus voller Aufträge ist. Das funktioniert nach seiner Aussage nicht. Wer glaubt, mit 400 Euro im Monat jeden Monat mehrere hunderttausend Euro Auftragsvolumen einzusammeln, liegt aus seiner Sicht falsch. Wäre das machbar, würde es jeder tun.

Techpilot Spanflug Vergleich: CNC-Werkstatt mit Metallteilen, technischen Zeichnungen und einer Person an Maschinen.

Techpilot bietet Zugang zu vielen Anfragen, eignet sich jedoch nicht für jeden CNC-Betrieb und jede Zielkundengruppe.

Techpilot Erfahrungen: Für wen eignet sich die Plattform?

Techpilot und Spanflug haben nach Einschätzung von Schulze beide ihre Stärken, unterscheiden sich aber im Kundenklientel, im Leistungsspektrum und in der Art der Anfragen, die sie anziehen.

Techpilot hat laut Schulze ein sehr breites Kundenportfolio. Viele Interessenten sind dort aktiv auf der Suche. Wichtig ist aus seiner Sicht aber, dass es sich oft nicht um Industriebetriebe handelt. Als Beispiel nennt er Rheinmetall oder Zulieferer von Rheinmetall, die man auf Techpilot nicht findet. Stattdessen sind dort viele Startups und kleine Unternehmen vertreten, die erste Kontakte knüpfen wollen.

Daraus ergeben sich nach seiner Darstellung mehrere Konsequenzen für Zerspaner:

  • Es herrscht ein extrem harter Preiskampf, in dem über jeden Cent gestritten wird.
  • Ein Betrieb ist nur einer von vielen Anbietern.
  • Angefragt werden oft sehr einfache Teile, die eigentlich nicht schwer zu fertigen sind.

Für Betriebe, die mit anspruchsvollen Teilen und Industriekunden wachsen wollen, passt dieses Umfeld nach Einschätzung von Schulze deshalb häufig nicht zum eigenen Anspruch.

Spanflug Erfahrungen: Effizienz mit hohem Einstiegsaufwand

Spanflug punktet laut Schulze mit Automatisierung und Effizienz. Es gibt dort andere Möglichkeiten zur Kalkulation, und das Klientel unterscheidet sich etwas von dem auf Techpilot.

Gleichzeitig ist Spanflug nach seiner Einschätzung nicht für jeden Betrieb skalierbar. Betriebe sollten genau prüfen, ob sie über die Plattform auch in den nächsten Monaten und Jahren Aufträge gewinnen können oder ob es nur kurzfristig funktioniert.

Hinzu kommt der Aufwand für den Einstieg. Bei Spanflug muss am Anfang sehr viel investiert werden, um überhaupt hineinzukommen. Betriebe müssen umfangreiche Angaben zu ihren Maschinen und Fertigungskapazitäten machen. Bevor überhaupt die erste Chance besteht, ein Angebot abzugeben, entsteht also bereits erheblicher Aufwand. Dieser Aufwand kostet nach Aussage von Schulze vor allem die sehr kostbare Zeit des Geschäftsführers.

Spanflug eignet sich aus seiner Sicht daher eher für Betriebe,

  • die ihr Klientel tatsächlich auf Spanflug sehen,
  • die die Plattform als skalierbaren Vertriebskanal nutzen können und
  • für die es sich lohnt, Zeit in die Angabe der Maschinen und die Auseinandersetzung mit der Plattform zu investieren.

Vor dem Einstieg sollte deshalb geklärt werden, ob das Klientel auf Spanflug wirklich das ist, was der Betrieb braucht, und ob sich die Plattform für den eigenen Betrieb gut skalieren lässt.

Techpilot oder Spanflug: Welche Analyse vor der Entscheidung steht

Die Lösung liegt laut Schulze nicht in der Wahl einer bestimmten Plattform, sondern in einer gründlichen Vorbereitung. Bevor ein Betrieb in Vertrieb für die CNC-Fertigung investiert, sollte er vier Punkte klären:

  1. Zielkunden analysieren: Welche Kunden sollen gewonnen werden?
  2. Margen analysieren: Welche Aufträge sind für den Betrieb wirtschaftlich sinnvoll?
  3. Ziel festlegen: Wo soll der Betrieb in zwei bis drei Jahren stehen?
  4. Wettbewerb analysieren: Mit wem konkurriert der Betrieb und wo?

Als Geschäftsführer gehört dazu, sich den Vertrieb und die Zahlen genau anzusehen. Erst auf dieser Grundlage lässt sich entscheiden, welche Vertriebsaktivität und welche Investition am meisten Sinn ergibt.

Dabei betont Schulze, dass Auftragsportale nicht grundsätzlich schlecht sind. Sie haben neben den beschriebenen Nachteilen auch Vorteile. Ob diese zum Tragen kommen, hängt davon ab, wer die eigenen Kunden sind und was im Vertrieb erreicht werden soll. Deshalb ist es so wichtig, das Thema vorher zu durchdenken und abzuwägen, wo eine Investition für den eigenen Betrieb sinnvoll ist.

Fester Vertriebskanal statt Auf und Ab

Wer die richtige Plattform oder den richtigen Vertriebsweg für den eigenen Betrieb wählt, bekommt nach Einschätzung von Schulze nicht nur mehr Anfragen, sondern vor allem die richtigen Anfragen. Darauf lässt sich Geschäft aufbauen, das die Maschinen über das nächste Jahr und das nächste Jahrzehnt auslastet und für kontinuierlichen Umsatz und Gewinn sorgt.

Das Ziel ist aus seiner Sicht ein fester Vertriebskanal, der den Betrieb aus dem ständigen Auf und Ab der Auftragslage herausführt. Entscheidend ist dabei, dass der Vertrieb so strukturiert und aufgebaut wird, dass er effizient arbeitet. Am Ende zählen nicht möglichst viele Anfragen, sondern mehr Umsatz und vor allem mehr Gewinn durch die Vertriebsaktivität. Ob Techpilot, Spanflug oder ein ganz anderer Vertriebsweg dafür am besten geeignet ist, hängt davon ab, was der Betrieb aktuell macht, wo er hinwill und welche Ziele er verfolgt.

Häufige Fragen

Lohnt sich Techpilot für CNC-Betriebe?

Nach Einschätzung von Schulze hängt das vom Zielkunden ab. Auf Techpilot sind viele Startups und kleine Unternehmen vertreten, kaum Industriebetriebe, und es herrscht oft ein extrem harter Preiskampf um einfache Teile.

Was ist bei Spanflug vor dem Einstieg zu beachten?

Bei Spanflug müssen laut Schulze vorab umfangreiche Angaben zu Maschinen und Fertigungskapazitäten gemacht werden, bevor überhaupt angeboten werden kann. Zudem sollte geprüft werden, ob das Klientel passt und ob sich die Plattform für den eigenen Betrieb skalieren lässt.

Warum gewinnen deutsche Zerspaner auf Auftragsportalen oft keine Aufträge?

Schulze sieht die Ursache in der Konkurrenz aus der Türkei und Osteuropa und in Einkäufern, die oft ohne technisches Wissen nach günstigstem Preis und schnellster Lieferzeit entscheiden. Qualitätsbetriebe aus der DACH-Region haben dagegen nach seiner Einschätzung kaum eine Chance.

Fazit

Techpilot und Spanflug sind keine Wunderpille für volle Auftragsbücher. Nach Einschätzung von Schulze führt blindes Investieren in Auftragsportale häufig zu verschwendeter Zeit, Frust und einer Negativspirale, in der Vertrieb insgesamt infrage gestellt wird. Techpilot zieht vor allem Startups und kleine Unternehmen mit einfachen Teilen und hohem Preisdruck an, Spanflug bietet Automatisierung und Effizienz, verlangt aber hohen Aufwand beim Einstieg und ist nicht für jeden Betrieb skalierbar. Wer vor der Entscheidung Zielkunden, Margen, Wettbewerb und das Ziel für die nächsten zwei bis drei Jahre klärt, kann den passenden Vertriebsweg wählen und einen festen Vertriebskanal aufbauen, der die Maschinen dauerhaft auslastet.

Techpilot Spanflug Vergleich: Kartons auf einer Palette in einer CNC-Werkstatt, daneben ein Lieferwagen und ein Mitarbeiter.

Spanflug ermöglicht eine effiziente Kalkulation, verlangt beim Einstieg aber umfangreiche Angaben zu Maschinen und Fertigungskapazitäten.

Weiterführend

Wie andere Fertigungsbetriebe neue Kunden gewonnen haben, zeigen die Erfolgsgeschichten von Schulze Marketing.

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