Website-Relaunch im Mittelstand: Was er kostet und worauf du achtest

Website-Relaunch Kosten: Porträt von Moritz-Tim Schiller neben einer Grafik zu Kosten, Konzept, Inhalten und Migration.

Was kostet ein Website-Relaunch? Kostenblöcke, Warnsignale und Ablauf im Überblick.

In diesem Beitrag: wann sich ein Website-Relaunch wirklich lohnt, aus welchen Kostenblöcken er besteht, was den Preis nach oben treibt, warum Weiterleitungen und Barrierefreiheit ins Budget gehören, wie du Angebote vergleichbar machst, welche Warnsignale du kennen solltest und wie ein realistischer Ablauf aussieht. Am Ende findest du eine Checkliste für dein nächstes Angebotsgespräch.

Die meisten Unternehmen starten einen Relaunch mit einer einzigen Frage: „Was kostet eine neue Website?“ Die ehrliche Antwort lautet: Das hängt fast nie am Design. Es hängt daran, wie viele Seiten und Funktionen du hast, wer die Texte schreibt, ob deine bisherigen Google-Rankings sauber mitgenommen werden und welche Pflichten für deine Website gelten.

Ich baue mit Taveno Websites und Portale für kleine und mittlere Unternehmen. Wer zwei Angebote für „die neue Website“ nebeneinanderlegt, stellt oft fest, dass sie weit auseinanderliegen, ohne dass klar ist, warum. Meist beschreiben sie schlicht unterschiedliche Leistungen. In diesem Leitfaden zeige ich dir, wie du das erkennst und dein Budget planst, ohne dich auf Pauschalpreise aus dem Internet zu verlassen.

Wann sich ein Relaunch lohnt

Ein Relaunch ist mehr als ein neues Layout. Du baust Struktur, Technik und Inhalte neu auf. Das lohnt sich, wenn mindestens einer dieser Anlässe zutrifft:

  • Die Website bringt keine Anfragen: Besucher kommen, aber Formulare, Anrufe oder Terminbuchungen bleiben aus.
  • Die Technik ist veraltet: Das CMS bekommt keine Updates mehr, Plugins sind verwaist, oder niemand im Haus traut sich, etwas zu ändern.
  • Mobil funktioniert sie schlecht: Texte sind zu klein, Buttons zu eng, Seiten laden lange.
  • Dein Angebot hat sich verändert: Neue Leistungen, neue Zielgruppen oder eine neue Marke passen nicht mehr in die alte Struktur.
  • Pflegen kostet zu viel Zeit: Jede kleine Änderung braucht einen Dienstleister oder dauert Tage.
  • Neue Anforderungen: Barrierefreiheit, Datenschutz oder Funktionen wie Online-Buchung lassen sich im alten System kaum umsetzen.

Trifft nichts davon zu, reicht oft eine gezielte Überarbeitung einzelner Seiten. Das ist günstiger und birgt weniger Risiko für deine Sichtbarkeit in Google.

Die Kostenblöcke eines Relaunchs

Ein seriöses Angebot zerlegt den Relaunch in nachvollziehbare Blöcke. Wenn du diese Blöcke kennst, kannst du jedes Angebot dagegenhalten.

Einmalige Kosten

  • Analyse und Konzept: Ziele, Zielgruppen, Seitenstruktur, Inhalte der alten Website und Auswertung der bisherigen Zugriffe. Hier entscheidet sich, ob die neue Website später Anfragen bringt.
  • Design: Gestaltung der wichtigsten Seitentypen für Desktop und Smartphone, abgestimmt auf deine Marke.
  • Technische Umsetzung: Einrichtung des CMS, Programmierung der Vorlagen, Formulare, Schnittstellen etwa zu CRM oder Buchungssystem.
  • Inhalte und Texte: Neue Texte, Überarbeitung bestehender Seiten, Fotos, Grafiken. Dieser Block wird am häufigsten unterschätzt.
  • SEO- und AEO-Migration: Übernahme der Seiten, die heute Besucher bringen, Weiterleitungen von alten auf neue Adressen, saubere Seitentitel und strukturierte Daten, damit Google und KI-Assistenten deine Inhalte richtig einordnen.
  • Barrierefreiheit: Kontraste, Schriftgrößen, Bedienbarkeit per Tastatur, Alternativtexte, verständliche Formulare.
  • Test und Livegang: Prüfung auf verschiedenen Geräten und Browsern, Ladezeiten, Formulare, Tracking und Datenschutz.

Laufende Kosten

  • Hosting: Server, Domain, SSL-Zertifikat, Backups.
  • Wartung: Updates für CMS und Erweiterungen, Sicherheitsprüfungen, Fehlerbehebung.
  • Weiterentwicklung: neue Seiten, Kampagnenseiten, kleine Funktionen.
  • Eigene Zeit: Jemand in deinem Team pflegt Inhalte, beantwortet Anfragen und hält Texte aktuell.
Website-Relaunch Kosten: Übersicht zu einmaligen Projektkosten und laufenden Betriebskosten

Die Kostenblöcke eines Relaunchs: einmalig das Projekt, laufend der Betrieb.

Was den Preis nach oben treibt

Feste Preise für „eine Website“ gibt es nicht, weil die Treiber in jedem Unternehmen anders liegen. Diese Punkte bestimmen den Aufwand am stärksten:

  • Anzahl der Seitentypen: Entscheidend ist weniger die Zahl der Seiten als die Zahl der unterschiedlichen Vorlagen. Zehn Leistungsseiten mit gleichem Aufbau sind einfacher als vier völlig verschiedene Seiten.
  • Funktionen und Schnittstellen: Mehrsprachigkeit, Shop, Login-Bereich, Konfigurator oder die Anbindung an CRM und Warenwirtschaft machen aus einer Website schnell ein Portal.
  • Herkunft der Texte: Lieferst du fertige Texte, oder schreibt die Agentur? Gute Texte brauchen Interviews, Abstimmung und Korrekturschleifen.
  • Datenübernahme: Hunderte Blogartikel, Produktdaten oder Referenzen aus dem alten System zu übernehmen, kostet Zeit, besonders wenn die Daten uneinheitlich sind.
  • Barrierefreiheit: Von Anfang an mitgedacht, ist sie gut planbar. Nachträglich eingebaut, wird sie teuer.
  • Abstimmungsrunden: Viele Beteiligte, unklare Entscheidungswege und neue Wünsche mitten im Projekt treiben die Kosten oft stärker als jede Technik.
  • Individuelles Design: Ein angepasstes Theme ist schneller umgesetzt als ein komplett eigenes Designsystem.

Mein Rat: Schreib vor dem ersten Gespräch auf, welche Seitentypen, Funktionen und Schnittstellen du brauchst und wer die Texte liefert. Damit bekommst du vergleichbare Angebote und vermeidest Nachträge.

Weiterleitungen: der teuerste vergessene Posten

Bei fast jedem Relaunch ändern sich Adressen. Aus „/leistungen.php?id=4“ wird „/leistungen/beratung“, Seiten werden zusammengelegt oder entfallen. Wenn dabei niemand die alten Adressen auf die neuen umleitet, landen Besucher und Google auf Fehlerseiten, und Rankings, die über Jahre gewachsen sind, gehen verloren.

Google beschreibt in seiner Dokumentation zur Website-Migration das Vorgehen genau. Die wichtigsten Punkte daraus:

  • URL-Zuordnung vorbereiten: Jede wichtige alte Adresse bekommt eine passende neue. Grundlage sind Sitemap, Zugriffszahlen und die Linkdaten aus der Search Console.
  • Serverseitige permanente Weiterleitungen nutzen: Google empfiehlt nach Möglichkeit 301- oder 308-Weiterleitungen. Laut Google haben 301- und andere permanente Weiterleitungen keine negativen Auswirkungen auf den PageRank.
  • Keine Sammelweiterleitung auf die Startseite: Viele alte Adressen auf eine einzige, unpassende Seite umzuleiten, kann laut Google als Soft-404 gewertet werden.
  • Ketten vermeiden: Weiterleiten am besten direkt zum endgültigen Ziel.
  • Weiterleitungen lange behalten: Google empfiehlt, sie möglichst lange, generell mindestens ein Jahr beizubehalten.
  • Geduld einplanen: Bei kleinen bis mittelgroßen Websites dauert es laut Google in der Regel einige Wochen, bis die meisten Seiten umgezogen sind. Schwankungen im Ranking sind in dieser Zeit normal.

Google rät außerdem, nicht alles gleichzeitig zu ändern. Wer Domain, CMS und Design auf einmal wechselt, macht Fehler schwer auffindbar. Frag deshalb im Angebot konkret nach: Wer erstellt die URL-Zuordnung, wer richtet die Weiterleitungen ein, und wer prüft nach dem Livegang die Search Console?

Barrierefreiheit: Pflicht oder Pluspunkt?

Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz. Es betrifft unter anderem Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr, die für Verbraucher erbracht werden. Gemeint sind digitale Angebote über Websites oder Apps, die auf den Abschluss eines Verbrauchervertrags zielen, also etwa Onlineshops oder Online-Buchungen. Ausgenommen sind Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten. Das Gesetz definiert sie als Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und höchstens 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme.

Für dich heißt das:

  • Verkaufst du online an Privatkunden und bist kein Kleinstunternehmen, gehört Barrierefreiheit in die Anforderungen deines Relaunchs. Kläre die Details mit deiner Rechtsberatung.
  • Arbeitest du rein im B2B-Geschäft oder ist deine Website reine Information, greift das Gesetz in vielen Fällen nicht. Barrierefreiheit lohnt sich trotzdem: Gut lesbare Texte, klare Kontraste und bedienbare Formulare helfen allen Besuchern, auch älteren Entscheidern auf dem Smartphone.

Wichtig für das Budget: Barrierefreiheit gehört in Konzept, Design und Umsetzung, nicht in eine Nachbesserung kurz vor dem Livegang.

Angebote richtig vergleichen

Zwei Angebote mit sehr unterschiedlichem Preis sind oft gar nicht vergleichbar. Bevor du entscheidest, leg sie nebeneinander und prüf diese Punkte:

  1. Leistungsumfang: Sind alle Kostenblöcke enthalten, von Konzept bis Livegang? Was fehlt, zahlst du später extra.
  2. Seitentypen und Funktionen: Steht konkret drin, welche Vorlagen, Formulare und Schnittstellen gebaut werden?
  3. Texte: Wer schreibt sie, und wie viele Korrekturrunden sind enthalten?
  4. Migration: Ist die URL-Zuordnung mit Weiterleitungen ausdrücklich Teil des Angebots?
  5. Barrierefreiheit: Wird beschrieben, wie sie umgesetzt und geprüft wird?
  6. Rechte und Zugänge: Gehören dir Domain, Hosting-Zugang, CMS-Zugang und Designdateien?
  7. Laufende Kosten: Sind Hosting, Wartung und Lizenzen für die ersten zwölf Monate genannt?
  8. Abnahme und Gewährleistung: Wie läuft die Abnahme, und wer behebt Fehler nach dem Livegang?

Vergleiche Angebote immer über die Gesamtkosten im ersten Jahr, nicht über den Einmalpreis. Ein günstiger Relaunch mit teurer Wartung oder fehlender Migration ist am Ende oft der teuerste.

Checkliste zum Vergleich von Website-Relaunch-Kosten mit acht Punkten zu Leistungen, Migration, Barrierefreiheit und laufenden Kosten

Acht Punkte, die jedes Relaunch-Angebot klären sollte, damit du Angebote fair vergleichst.

Warnsignale im Angebot

Sei vorsichtig, wenn

  • nur ein Pauschalpreis ohne Aufteilung in Leistungen genannt wird,
  • Weiterleitungen und Übernahme der Rankings gar nicht vorkommen,
  • die Agentur Domain oder Hosting auf ihren eigenen Namen anmelden will,
  • du nach dem Projekt keinen eigenen Zugang zum CMS bekommst,
  • Texte als „liefert der Kunde“ vermerkt sind, ohne dass das mit dir besprochen wurde,
  • Top-Platzierungen in Google garantiert werden,
  • kein Testzeitraum und keine Abnahme vorgesehen sind.

Ablauf und realistische Dauer

Ein Relaunch folgt fast immer denselben Phasen. Wie lange jede dauert, hängt vor allem an deinen Inhalten und an der Geschwindigkeit eurer Entscheidungen, deshalb nenne ich hier bewusst keine Pauschalwerte.

  1. Analyse und Konzept: Bestandsaufnahme der alten Website, Ziele, Seitenstruktur, URL-Liste.
  2. Design: Entwürfe der wichtigsten Seitentypen, Feedbackrunden, Freigabe.
  3. Inhalte: Texte, Bilder und Daten erstellen oder überarbeiten. Diese Phase läuft am besten parallel zum Design, sonst wartet die Umsetzung.
  4. Umsetzung: CMS, Vorlagen, Formulare, Schnittstellen, Barrierefreiheit.
  5. Test und Migration: Prüfung auf allen Geräten, Weiterleitungen einrichten und testen, Sitemap vorbereiten.
  6. Livegang und Nachsorge: Umstellung, Sitemap in der Search Console einreichen, Fehlermeldungen beobachten, Weiterleitungen nachbessern.

Die häufigste Verzögerung entsteht in Phase 3. Wenn Texte fehlen, steht das ganze Projekt. Plane deshalb früh, wer intern Inhalte liefert und freigibt. Und rechne nach dem Livegang mit einigen Wochen, in denen sich deine Sichtbarkeit in Google neu einpendelt.

Grafik zeigt sechs Phasen beim Website-Relaunch: Analyse, Design, Inhalte, Umsetzung, Test und Migration sowie Livegang.

Die sechs Phasen eines Website-Relaunchs, von der Analyse bis zur Nachsorge.

Checkliste für dein Angebotsgespräch

Nimm diese Fragen in jedes Gespräch mit:

  • Welche Seitentypen und Funktionen sind im Preis enthalten?
  • Wer schreibt die Texte, und wie viele Korrekturrunden gibt es?
  • Wie sieht die URL-Zuordnung aus, und wer richtet die Weiterleitungen ein?
  • Wie wird die Website für Google und KI-Assistenten vorbereitet, etwa mit strukturierten Daten?
  • Wie werden Barrierefreiheit und Ladezeiten geprüft?
  • Was kosten Hosting und Wartung pro Jahr, und was ist darin enthalten?
  • Bekomme ich alle Zugänge und Rechte an Domain, CMS und Design?
  • Wer kümmert sich nach dem Livegang um Fehler und Rankingschwankungen?

Achte weniger auf perfekte Antworten als darauf, ob sie konkret sind. Wer hier ausweicht, wird es auch im Projekt tun.

Fazit

Ein Website-Relaunch kostet nicht „eine Website“, sondern eine Reihe klar beschreibbarer Leistungen: Konzept, Design, Umsetzung, Inhalte, Migration, Barrierefreiheit und der laufende Betrieb. Den Preis treiben vor allem Seitentypen, Funktionen, Texte und Abstimmungsrunden. Das größte Risiko liegt selten im Design, sondern in vergessenen Weiterleitungen und fehlenden Inhalten. Wenn du deine Anforderungen vorher aufschreibst, Angebote über die Kosten im ersten Jahr vergleichst und nach Migration und Zugängen fragst, triffst du eine Entscheidung, die du später nicht bereust.

Dein nächster Schritt

Du planst einen Relaunch und willst wissen, welche Blöcke du wirklich brauchst? Über mein Agenturmarkt-Profil von Taveno Solutions kannst du mit dem Anfrage-Button ein kostenloses 30-Minuten-Erstgespräch anfragen. Wir schauen gemeinsam auf deine aktuelle Website und deine Ziele, und du bekommst eine ehrliche Einschätzung, ob ein Relaunch nötig ist oder eine gezielte Überarbeitung reicht.

Wenn du außerdem wissen willst, wie gut dein Unternehmen in Google und KI-Antworten auftaucht, hilft dir die kostenlose Checkliste „KI-Sichtbarkeit in 30 Tagen“.

FAQ

Wie viel kostet ein Website-Relaunch im Mittelstand?

Eine seriöse Zahl ohne deine Anforderungen gibt es nicht. Der Preis hängt an Seitentypen, Funktionen, Schnittstellen, Texten und Migration. Schreib diese Punkte auf und lass dir Angebote geben, die jeden Kostenblock einzeln ausweisen. Dann siehst du, wo die Unterschiede liegen.

Verliere ich durch einen Relaunch meine Google-Rankings?

Vorübergehende Schwankungen sind laut Google normal. Dauerhafte Verluste entstehen meist durch fehlende oder falsche Weiterleitungen. Mit einer sauberen URL-Zuordnung, permanenten Weiterleitungen und einer neuen Sitemap in der Search Console nimmst du deine Sichtbarkeit in der Regel mit.

Muss meine Website barrierefrei sein?

Das hängt von deinem Geschäft ab. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt unter anderem für Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr mit Verbrauchern, etwa Onlineshops. Kleinstunternehmen, die Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen. Prüfe deinen Fall mit deiner Rechtsberatung. Unabhängig davon verbessert Barrierefreiheit die Nutzung für alle Besucher.

Wie lange dauert ein Relaunch?

Das hängt vor allem davon ab, wie schnell Inhalte vorliegen und Entscheidungen fallen. Plane nach dem Livegang zusätzlich einige Wochen ein, bis Google die meisten neuen Adressen verarbeitet hat. Ein guter Dienstleister nennt dir für jede Phase einen Zeitraum und sagt, was er dafür von dir braucht.

Reicht nicht auch ein Baukasten?

Für eine kleine Visitenkarten-Website kann ein Baukasten reichen. Sobald du Schnittstellen, mehrere Sprachen, viele Inhalte oder besondere Anforderungen an Barrierefreiheit und Ladezeiten hast, stößt er schnell an Grenzen. Prüfe außerdem, ob du Inhalte und Adressen später wieder mitnehmen kannst.

Über den Autor: Moritz-Tim Schiller ist Gründer von Taveno Solutions, einer Digitalagentur für KMU mit Fokus auf Websites und Portale, Sichtbarkeit in Google und KI-Antworten, KI-Agenten und Automatisierung.

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