Welcher Anbieter passt zu welcher Homepage? Der Softwarevergleich.
Welche Software lohnt sich?
Die meisten Vergleichsartikel im Netz sind in Wahrheit Werbetexte. Der „Testsieger" ist dort oft schlicht der Anbieter, der die höchste Provision zahlt. Dieser Vergleich hier funktioniert anders: Es fließt keine Provision, und es gibt auch keine Bewertung mit Sternen oder Schulnoten.
Denn die Frage nach dem „besten" System ist ohnehin falsch gestellt. Ein System ist nicht gut oder schlecht - es ist passend oder unpassend für einen bestimmten Zweck. Wer das verwechselt, trifft am Ende eine Entscheidung, die zwar populär war, aber nicht zum eigenen Vorhaben passt.
Sechs Systeme, sechs unterschiedliche Zwecke
WordPress betreibt aktuell rund 41 Prozent aller Websites weltweit (W3Techs, Stand Juli 2026). Es gibt keine Anbieterbindung, und praktisch alles ist umsetzbar. Der Preis dafür ist laufender Pflegeaufwand und ein Sicherheitsrisiko durch veraltete Plugins. Gut betreut ist WordPress solide - nur wird es in der Praxis selten gut betreut.
Webflow bietet hohe Designfreiheit bei sauberem Code, verlangt dafür aber eine echte Lernkurve. Es passt zu designgetriebenen Unternehmensseiten, nicht zu großen Onlineshops.
Onepage ist ein deutscher Anbieter mit EU-Servern, stark bei Landingpages und Kampagnenseiten. Für umfangreiche Websites oder große Produktkataloge ist es nicht gedacht.
Wix ist der größte Baukasten am Markt, alles kommt aus einer Hand, der Einstieg ist denkbar einfach. Der Preis dafür: Wer einmal drin ist, kommt schwer wieder heraus.
Shopify ist für ernsthaften Onlinehandel gemacht - nicht für Unternehmensseiten mit redaktionellen Inhalten.
Jimdo oder IONOS sind deutsche Anbieter mit Servern in Deutschland, günstig und simpel gehalten. Sie passen zu Vereinen und Kleinstbetrieben, wachsen aber schlecht mit, wenn der Anspruch steigt.
| System | Passt zu | Stößt an Grenzen bei |
|---|---|---|
| WordPress | Flexible, individuelle Projekte | Fehlender Pflege, Sicherheitsupdates |
| Webflow | Designgetriebenen Unternehmensseiten | Großen Onlineshops |
| Onepage | Landingpages, Kampagnen | Umfangreichen Websites, Katalogen |
| Wix | Einfachem, schnellem Einstieg | Späterem Wechsel/Ausstieg |
| Shopify | Ernsthaftem Onlinehandel | Inhaltsgetriebenen Unternehmensseiten |
| Jimdo/IONOS | Vereinen, Kleinstbetrieben | Wachsenden Ansprüchen |

Onepage, WordPress, Webflow oder doch ein anderes System?
Was ich sehe, wenn Kunden das System wechseln
Ein Teil meiner Arbeit besteht darin, bestehende Websites zu übernehmen. Dabei wiederholen sich bestimmte Muster auffällig oft. Da sind Systeme, die seit Jahren nicht mehr aktualisiert wurden, weil niemand sich zuständig fühlte. Da sind Inhalte, die sich nicht mehr exportieren lassen, weil der Betreiber beim Einstieg nie geprüft hat, ob ein Wechsel überhaupt vorgesehen ist. Und da sind Websites, die technisch einwandfrei liefen, aber inhaltlich seit dem Launch nicht mehr angefasst wurden.
Trotz dieser Einschränkung lässt sich eine Schlussfolgerung ziehen: Die Probleme liegen fast nie am System selbst, sondern an der Kombination aus System und Betreuung. Eine Website, die niemand pflegt, wird in jedem der genannten Systeme irgendwann zum Problem - nur unterschiedlich schnell und unterschiedlich teuer.
Drei Fragen vor der Entscheidung
Bevor Sie sich für ein System festlegen, lohnt sich ein Blick auf drei Punkte, die langfristig mehr über den Erfolg der Website entscheiden als der Funktionsumfang beim Start.
- Wer pflegt die Seite? Ein System ohne Betreuung verliert mit der Zeit an Sicherheit, Aktualität und Relevanz - unabhängig davon, wie leistungsfähig es ursprünglich war.
- Wo stehen die Server? Für viele Unternehmen spielt der Serverstandort eine Rolle, etwa aus Datenschutzgründen oder wegen vertraglicher Vorgaben von Kunden und Partnern.
- Kommen Inhalte und Domain im Ernstfall wieder heraus? Ein Wechsel sollte technisch möglich sein, bevor er nötig wird - nicht erst dann, wenn der Anbieter nicht mehr passt.
Ein Punkt gehört unabhängig vom gewählten System immer dazu: Barrierefreiheit. Kein System nimmt dem Betreiber diese Pflicht ab - verantwortlich ist am Ende der Websitebetreiber selbst, nicht der Baukasten oder das CMS. Wer sich damit noch nicht beschäftigt hat, sollte das vor dem nächsten Schritt nachholen.
Hinweis zur Transparenz: Der Autor dieses Vergleichs erstellt selbst Websites und hat damit ein wirtschaftliches Interesse an diesem Thema. Zu keinem der genannten Anbieter besteht eine Partnerschaft oder Provisionsvereinbarung.
Gibt es ein System, das für alle Website-Typen funktioniert?
Nein - jedes System ist auf bestimmte Anwendungsfälle optimiert, und diese Spezialisierung bringt automatisch Grenzen in anderen Bereichen mit sich.
Lohnt sich WordPress trotz des Pflegeaufwands?
Wenn die Website regelmäßig betreut wird, ist WordPress eine solide und flexible Wahl - ohne Pflege wird der anfängliche Vorteil schnell zum Risiko.
Warum wird kein Preisvergleich genannt?
Preise ändern sich bei allen genannten Anbietern zu schnell, um sie seriös und dauerhaft gültig darzustellen.
Wie wichtig ist der Serverstandort wirklich?
Das hängt von individuellen Anforderungen ab, etwa Datenschutzvorgaben von Kunden oder Partnern - für manche Unternehmen ist es entscheidend, für andere nebensächlich.
Was passiert, wenn ich später das System wechseln möchte?
Ob ein Wechsel reibungslos gelingt, hängt davon ab, ob Inhalte und Domain exportierbar sind - das sollte bereits vor der ursprünglichen Entscheidung geprüft werden.