Werden Creative-Agenturen von KI ersetzt? (Interview mit Eugen Beckel)
Eugen Beckel und Manuel Wörle tauschen sich über das Thema KI aus
Stell dir vor, du könntest ein Recruiting-Video nachträglich anpassen, ohne das gesamte Team noch einmal vor die Kamera zu holen. Oder dein Kunde dreht bei schlechtem Wetter – und die KI zaubert später strahlenden Sonnenschein ins Bild. Was nach Science-Fiction klingt, ist teilweise schon Realität. Die entscheidende Frage lautet: Wie verändert künstliche Intelligenz die Foto- und Videoproduktion wirklich? Und wird es in Zukunft überhaupt noch nötig sein, physisch zum Kunden zu fahren?
Eugen Beckel, Gründer der Videoagentur Beckel Production, hat sich intensiv mit diesen Fragen beschäftigt. Im Gespräch mit Manuel Wörle von automatisierungen.de gibt er spannende Einblicke, wohin die Reise geht – und wo die Grenzen der Technologie aktuell noch liegen.
KI als Assistent, nicht als Ersatz
Eugen blickt grundsätzlich optimistisch auf die Zukunft der Videoproduktion: KI wird zum wertvollen Helfer, ersetzt aber nicht den Menschen. Schon heute kann die Technologie Erstaunliches leisten – etwa ein statisches Foto eines Geschäftsführers realistisch in Bewegung versetzen oder das Wetter in Drohnenaufnahmen nachträglich verändern.
Doch die Praxis zeigt: Ganz so einfach ist es noch nicht. „Die Ergebnisse, die man bei Sora sieht, haben Stunden an Arbeit gekostet“, erklärt Eugen. Der Knackpunkt liegt im Detail – genauer gesagt im Prompting. Wer hochwertige KI-Videos erstellen will, muss lernen, präzise mit der Technologie zu kommunizieren. Eine Fähigkeit, die künftig in jeder Agentur zur Grundausstattung gehören wird.
Die Demokratisierung der Content-Erstellung
Ein besonders spannender Gedanke: KI könnte die Videoproduktion grundlegend demokratisieren. Ähnlich wie Shopify den E-Commerce oder Amazon das Self-Publishing verändert hat, senkt KI die Einstiegshürden für professionelle Videoinhalte.
Wenn Schnitt, Nachbearbeitung und Optimierung teilweise automatisiert ablaufen, sparen Agenturen Zeit und Personal. Statt zehn Mitarbeitern braucht es vielleicht nur noch drei – und Angebote werden bezahlbarer. Das Ergebnis: Mehr Unternehmen können sich Video-Content leisten, wodurch die Nachfrage insgesamt steigt.
Statt die Branche zu bedrohen, könnte KI also genau das Gegenteil bewirken: Videoproduktion wird relevanter denn je.

Zwei mit simplen AI-Prompts erstelle Grafiken. Schon innerhalb von ChatGPT ist das möglich.
Wo KI brilliert – und wo sie scheitert
Vor allem im E-Commerce wird KI zum Game-Changer. Produktvideos lassen sich perspektivisch komplett KI-gestützt erstellen – effizient, skalierbar und in hoher Qualität.
Sobald jedoch Menschen ins Spiel kommen, wird es sensibler. Ein Recruiting-Video mit KI-generierten Mitarbeitern? „Die Menschen sind davon aktuell eher abgeschreckt“, warnt Eugen. Bewerber wollen echte Gesichter sehen, echte Persönlichkeiten erleben und ein Gefühl dafür bekommen, wie das Team wirklich tickt.
Authentizität schlägt Perfektion – besonders bei People-Content. Auch die Performance bestätigt das: Stockfotos performen schlechter als echte Bilder, und bei KI-generiertem Content zeigt sich aktuell ein ähnliches Muster.
Praxisbeispiel: Von Russisch zu Deutsch in Sekunden
Dass KI schon heute echten Mehrwert liefern kann, zeigt ein Projekt von Beckel Production: Ein russischsprachiger Manager sollte für ein Industrieunternehmen interviewt werden – sein Deutsch reichte dafür jedoch nicht aus. Die Lösung: Das Interview wurde auf Russisch geführt und anschließend KI-gestützt ins Deutsche übersetzt, inklusive synchronisierter Lippenbewegungen.
Das Ergebnis überzeugte die beauftragende Agentur. Solche Anwendungsfälle zeigen, wo KI heute bereits stark ist: bei Sprachbarrieren, nachträglichen Anpassungen und der effizienten Optimierung von bestehendem Material.
Einmal scannen, unendlich verwenden?
Ein Blick in die Zukunft: Was wäre, wenn ein Büro nur einmal vollständig erfasst werden müsste – und daraus anschließend beliebig viele Videos entstehen könnten?
Denkbar ist ein Setup, bei dem ein Raum einmal mit einer 360-Grad-Kamera gescannt wird. Diese Daten dienen später als Grundlage für neue Szenen – ohne erneuten Dreh vor Ort. Neue Benefits? Einfach ergänzen. Anderer Hintergrund? Virtuell anpassen. Die Kombination aus realen Menschen und digitalen Räumen könnte das Beste aus beiden Welten vereinen.
Eugen geht noch weiter: In fünf bis zehn Jahren könnte es reichen, wenn der Kunde ein paar Smartphone-Fotos macht – ergänzt durch eine Drohnenaufnahme. Die Agentur erstellt daraus ein fertiges Video. Was heute utopisch klingt, war vor zehn Jahren oft genauso unvorstellbar.
Wann wird das Ganze marktreif?
Die entscheidende Frage bleibt: Wann ist das alles wirklich praxisreif? Eugens Einschätzung ist klar: „In ein bis zwei Jahren.“
Aktuell sind viele Technologien theoretisch möglich, aber noch zeitintensiv. Doch die Entwicklung beschleunigt sich massiv. Was heute Stunden dauert, könnte morgen in Minuten erledigt sein.
Der entscheidende Faktor: frühe Auseinandersetzung. Prompting wird zur Schlüsselkompetenz – nicht nur in der Videoproduktion, sondern in allen kreativen und operativen Bereichen. Wer jetzt lernt, KI richtig einzusetzen, verschafft sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.
Fazit: Die Zukunft ist hybrid
Künstliche Intelligenz wird die Foto- und Videoproduktion nicht ersetzen – sondern sinnvoll ergänzen und effizienter machen. Die wichtigsten Erkenntnisse:
- KI wird zum unverzichtbaren Assistenten und spart Zeit sowie Kosten
- Authentizität bleibt entscheidend, vor allem bei People-Content
- Der Zugang zu professionellem Content wird demokratisiert
- Prompting entwickelt sich zur Kernkompetenz
- In 1–2 Jahren wird vieles marktreif, was heute noch experimentell ist
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