n8n vs. Make: Was für Agenturen 2026 wirklich günstiger ist (mit echten Zahlen)
N8N ODER MAKE? Die Kernfrage des Artikels.
Du sitzt im dritten Angebotsgespräch diesen Monat, und wieder fragt dich ein potenzieller Kunde: "Baut ihr das mit Make oder mit n8n?" Du merkst, dass die Antwort nicht nur eine technische Präferenz ist – sie entscheidet mit, was du dem Kunden später an Wartungskosten, Datenschutz-Zusagen und Flexibilität versprechen kannst.
Die meisten Vergleiche im Netz bleiben bei "n8n ist technischer, Make ist visueller" stehen. Das stimmt, hilft dir aber nicht bei der eigentlichen Frage: Welches Tool spart dir und deinen Kunden am Ende des Monats mehr Geld und weniger Kopfschmerzen? Dieser Artikel rechnet beide Optionen mit echten Preisen durch und zeigt, wann sich welches Tool für eine Agentur wirklich lohnt.
Warum die Tool-Frage eigentlich eine Kostenfrage ist
Make und n8n lösen auf den ersten Blick dasselbe Problem: Apps verbinden, Daten verschieben, Prozesse automatisieren. Der Unterschied liegt in der Abrechnungslogik, und die entscheidet über die Kosten, sobald ein Workflow für einen Kunden produktiv läuft, nicht mehr im Test.
Make rechnet in Credits ab. Jeder Ausführungsschritt eines Szenarios – jedes Modul, das durchläuft – kostet Credits, unabhängig davon, wie kompliziert er ist. n8n rechnet in Executions ab: Ein kompletter Workflow-Durchlauf zählt als eine Execution, egal ob er drei oder dreißig Schritte hat. Bei einem Kunden-Workflow, der WhatsApp-Nachrichten liest, sie klassifiziert, ins CRM schreibt und eine Antwort verschickt, sind das bei Make schnell vier bis sechs Credits pro Durchlauf – bei n8n bleibt es eine Execution.
Was beide Tools 2026 wirklich kosten
Konkret sehen die Preismodelle so aus, Stand 2026:
| Make | n8n Cloud | n8n Self-Hosted | |
|---|---|---|---|
| Einstieg | Free: 1.000 Credits, 2 aktive Szenarien | Starter: 24 €/Monat, 2.500 Executions | Ab 3,99 €/Monat (Hetzner CX23) |
| Mittlere Stufe | Core: ca. 12 $/Monat, 10.000 Credits | Pro: 60 €/Monat, 10.000 Executions | Produktiv: ca. 6,49 €/Monat (CX32) + 5 € Backup |
| Team/Skalierung | Teams: ca. 38 $/Monat | Business: 800 €/Monat, 40.000 Executions | Skaliert mit Server, nicht mit Ausführungen |

Credits vs. Executions – der Abrechnungsunterschied
Die Rechnung, die kaum jemand macht: Ein Kunde mit 2.000 WhatsApp-Anfragen im Monat, verarbeitet über einen 5-Schritte-Workflow, braucht bei Make grob 10.000 Credits – landet also schon im Core- oder Pro-Bereich. Bei n8n zählt derselbe Durchlauf als 2.000 Executions – locker im Starter-Plan für 24 €, oder für unter 15 € im Monat komplett self-hosted auf einem eigenen Server.
Wo n8n für Agenturen gewinnt
n8n ist Open Source und lässt sich self-hosted betreiben – das ist der Unterschied, der bei DSGVO-sensiblen Kunden (Kanzleien, Kliniken, M&A-Beratungen) den Ausschlag gibt. Kein externer Auftragsverarbeitungsvertrag nötig, keine Abhängigkeit von einem US-Anbieter ohne EU-Rechenzentrum. Dazu kommt: n8n erlaubt an jeder Stelle eigenen JavaScript-Code, was komplexe Logik – bedingte Verzweigungen, eigene Berechnungen, Custom-APIs – deutlich einfacher macht als in Makes visuellem Baukasten.
Für unseren Kunden im B2B-SaaS-Bereich haben wir genau deshalb auf n8n gesetzt: Ein automatisiertes Cashflow-Cockpit, das drei Zahlungsplattformen und zwei Bankkonten abgleicht, brauchte Custom-Logik, die in einem reinen Drag-and-Drop-Tool schwer sauber umzusetzen gewesen wäre. Ergebnis: 86 % weniger Zeitaufwand, amortisiert innerhalb eines Quartals. (Fallstudie: Wie ein B2B-SaaS-Gründer 52 Stunden im Monat zurückgewann)

Je komplexer der Workflow, desto größer der Kostenvorteil
Wo Make trotzdem die bessere Wahl ist
Make hat einen Vorteil, den n8n nicht wettmacht: die Lernkurve. Ein Marketing- oder Kundenservice-Team ohne Entwickler-Hintergrund baut in Make in wenigen Stunden ein funktionierendes Szenario, weil die visuelle Oberfläche jeden Schritt erklärt, ohne dass jemand Code lesen muss. Wenn du als Agentur einem Kunden nicht nur ein fertiges System übergeben willst, sondern eines, das sein eigenes Team danach selbst pflegt und erweitert, ist das ein reales Argument für Make – gerade bei kleineren, nicht-technischen Teams.
Auch bei sehr einfachen, seltenen Automatisierungen (wenige hundert Durchläufe im Monat) ist der Preisunterschied in der Praxis klein, und die schnellere Einrichtung über vorgefertigte App-Integrationen kann den Ausschlag geben.
Was das für deine Agentur konkret bedeutet
Die Entscheidung hängt an drei Fragen, die du mit jedem Kunden vor dem ersten Workflow klären solltest:
- Wie sensibel sind die Daten? Bei personenbezogenen Daten, Gesundheitsdaten oder Finanzdaten mit strengen Compliance-Vorgaben ist n8n self-hosted fast immer die sicherere Wahl.
- Wie hoch ist das Volumen? Ab einigen tausend Durchläufen im Monat mit mehrschrittigen Workflows kippt die Kostenrechnung zugunsten von n8n.
- Wer pflegt den Workflow danach? Übernimmt dein Kundenteam selbst die Wartung, spricht das für Make. Bleibst du als Agentur langfristig zuständig, spricht die technische Flexibilität für n8n.
Bei unserer 5-köpfigen Dev-Agentur als Kunde hat genau diese Abwägung den Ausschlag gegeben: Ein technisches Team, das den Onboarding-Prozess selbst weiterentwickeln wollte, aber auch Custom-Logik brauchte, die über einfache App-Verbindungen hinausging. Das Ergebnis: 35 bis 50 abrechenbare Stunden im Monat zurückgewonnen, weil der komplette Onboarding-Prozess jetzt automatisch läuft. (Fallstudie: Wie eine 5-köpfige Dev-Agentur abrechenbare Stunden zurückgewinnt)
Eine kurze Checkliste vor dem nächsten Kickoff
Bevor du das nächste Automatisierungsprojekt zusagst, geh diese vier Punkte mit dem Kunden durch:
- Datenkategorie klären. Frag konkret: Verarbeitet der Workflow personenbezogene Daten, Gesundheits- oder Finanzdaten? Falls ja, sofort in Richtung n8n self-hosted denken, nicht erst am Ende des Projekts.
- Durchläufe pro Monat schätzen. Auch nur grob – "ein paar hundert" vs. "mehrere tausend" reicht, um die Kostenkurve realistisch einzuschätzen.
- Komplexität pro Durchlauf zählen. Wie viele Schritte hat ein einzelner Workflow-Durchlauf wirklich? Bei Make zählt jeder Schritt gegen dein Credit-Budget, bei n8n nicht.
- Wartungsverantwortung festlegen. Schreib schriftlich fest, wer nach Projektende den Workflow pflegt – das entscheidet oft mehr über die Tool-Wahl als der Preis selbst.
Diese vier Punkte in ein kurzes internes Formular zu packen, spart dir das nachträgliche Umbauen eines Workflows, wenn ein Kunde nach drei Monaten plötzlich das zehnfache Volumen fährt.

Vier Fragen vor jedem Automatisierungsprojekt
Fazit
Es gibt keine pauschal richtige Antwort auf "n8n oder Make" – aber es gibt eine falsche Herangehensweise, nämlich die Entscheidung an persönlichem Geschmack statt an Kundenanforderung festzumachen. Rechne bei jedem neuen Automatisierungsprojekt kurz durch: Datensensibilität, Volumen pro Monat, und wer den Workflow später betreut. Diese drei Zahlen sagen dir mehr über die richtige Tool-Wahl als jeder generelle Vergleichsartikel.
Schau dir diese Woche einmal ehrlich deine drei größten laufenden Kunden-Workflows an: Läuft dort gerade das teurere Tool, weil es zuerst verfügbar war – oder weil es tatsächlich die richtige Wahl für diesen Kunden ist?
Häufig gestellte Fragen
Kann ich n8n-Workflows später von Make importieren oder umgekehrt? Nein, es gibt keine direkte Migration zwischen den Plattformen. Workflows müssen im Zieltool neu gebaut werden – ein Grund, die Tool-Wahl früh und bewusst zu treffen.
Ist n8n Cloud genauso DSGVO-konform wie Self-Hosting? n8n Cloud hostet aktuell in Frankfurt, also innerhalb der EU – das ist deutlich besser als ein US-Anbieter ohne EU-Rechenzentrum, erfordert aber trotzdem einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Self-Hosting braucht diesen Vertrag nicht, weil kein externer Dritter die Daten verarbeitet.
Lohnt sich der Wechsel von Make zu n8n für eine bestehende Automatisierung? Nur, wenn das Volumen oder die Komplexität spürbar gestiegen sind. Bei einem stabil laufenden, einfachen Szenario überwiegt meist der Aufwand des Neubaus den Kostenvorteil.
Wenn du unsicher bist, welches Tool für deinen nächsten Automatisierungs-Case die richtige Wahl ist: DigitalXShift hat beide Plattformen produktiv im Einsatz und berät dich, bevor du dich festlegst.